[Rezension] „Alles, was ich sehe“ (‚The One Thing‘) von Marci Lyn Curtis

Maggies Leben wird komplett auf den Kopf gestellt als sie von heute auf morgen erblindet. Alles ändert sich. Sie muss die Schule wechseln, sich auf ihr Umfeld neu einstellen und viele Dinge neu erlernen. Darauf hat sie, verständlicherweise, keine große Lust.

Vor allem, weil die Zeit im Krankenhaus sehr schwer für sie war, denn Maggie fühlt(e) sich dort von ihren Eltern, aber im Besonderen von ihrer Mutter, allein gelassen.

Eigentlich simg_9020-1trebte Maggie ein Fußballstipendium an, das geht nun nicht mehr. Damit platzt nicht nur ihr Traum, sondern auch der von Maggies Mutter. Sie entfremden sich – und nicht nur das. Weil für Maggie alles aussichtslos scheint, wird sie stur und ungerecht. Ungerecht ihrer Familie gegenüber, ungerecht ihren Freunden gegenüber, ungerecht allen gegenüber, die ihr helfen wollen, aber vor allem ungerecht sich selbst gegenüber. Sie ist genervt von Hilda, ihrer Blindenbetreuerin, von Clarissa, dem Mädchen aus ihrer Blindenschule, die scheinbar so viel besser mit ihrem Handicap zurechtkommt als Maggie, von ihren Eltern und ihren vor-ihrer-Erblindung-Freundinnen. Es scheint, als würde Maggie versuchen, sich von ihrem alten Leben, ihrem alten Ich zu isolieren. Doch auch das neue Leben und das neue Ich scheinen für Maggie (noch) keine Option. Sie steht verloren zwischen beiden Maggies, unfähig sich in ihrer neuen Lebenssituation zu arrangieren. Dann trifft sie auf Ben, einen 10-Jährigen, zutiefst optimistischen Jungen, um den herum sie plötzlich wieder sehen kann. Noch dazu ist Bens Bruder ihr heimlicher Schwarm und Sänger in Maggies Lieblingsband. Was für ein Zufall! Maggie fühlt sich geborgen bei Ben und seiner Familie, denn auch die Mutter strahlt eine Wärme und Liebenswürdigkeit aus, die Maggie sonst so sehr vermisst. Leider denkt Mason, dass Maggie lediglich versucht, über Ben an ihn heranzukommen und ihre Blindheit lediglich vortäuscht. Ist ja auch schwierig zu glauben, wenn Maggie plötzlich um Ben herum alles klar und deutlich wahrnehmen kann! Was hat es damit bloß auf sich? Wird Maggie Mason davon überzeugen können, keine Heuchlerin zu sein? Wird sie ihren Weg zwischen ihrem alten und neuen Leben finden und sich mit ihrer Familie versöhnen können?

„Alles, was ich sehe“ ist ein herzlicher, mit herrlich trockenem Humor versehener Jugendroman, der auf lockere Art versucht mit dem Thema Krankheit und damit einhergehenden Existenz- und Identitätsproblemem umzugehen. Der Roman kombiniert sowohl familiäre, freundschaftliche und zukunftbezogene Probleme, die nicht nur krankheitsspezifisch sind, sondern vor allem auch typische Teenagerproblematiken verkörpern. Einzig der Beginn mag ein wenig verwirrend sein und nicht alle Geschehnisse wirken realitätsnah, aber das ist wirklich nur ein kleiner Minuspunkt.

Marci Lyn Curtis geht gekonnt auf die Gefühle der Protagonisten ein und schafft auf humorvolle, teils poetisch, aber nie kitschige Weise einen wunderschön sommerlichen Jugendroman, den man, einmal angefangen, kaum zur Seite legen kann.

Weitere Eckdaten: Königskinder Verlag im Carlsen Verlag – Seiten: 427

[Rezension] „Die Sommer mit Lulu“ (‚The Rocks‘) von Peter Nichols

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„Die Sommer mit Lulu“beginnt und endet mit Lulu und Gerald, die sich eigentlich lieben, doch aufgrund gewisser Umstände (wie das Leben halt so ist) doch verlieren. Beide führen getrennte Wege, gründen eigene Familien aus denen die Kinder Luc (Lulus Sohn) und Aegina (Geralds Tochter) hervorgehen.
In einer ruckwärts laufenden Chronik beleuchtet das Buch das Leben Lulus und Geralds, sowie Luc und Aeginas. Hier werden nach und nach die Hintergründe beleuchtet, wieso sich Lulu und Gerald nach einer kurzen Ehe doch trennten und wieso Luc und Aegina kein Paar geworden sind, obwohl sie sich doch offensichtlich immer noch lieben. Weiterlesen „[Rezension] „Die Sommer mit Lulu“ (‚The Rocks‘) von Peter Nichols“

[Lesemonat] Juni 2016

Mein Juni-Lesemonat ist ein ziemlich bunter Mix verschiedener Genres. Das ist gut so, denn ich habe das gelesen, was mir gefällt und wonach mir gerade der Sinn stand. Ein paar Bücher habe ich deshalb angefangen und zur Seite gelegt, weil mir in dem Moment einfach nicht danach war. Vielleicht nehme ich sie im Juli erneut in Angriff.

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[Rezension] „Fiesta“ von Ernest Hemingway

Ach, ich mag dich, Hemingway.

Der Ich-Erzähler Jack, genannt Jake, Barnes gehört zu dem Durchschnitts- Typ Mann. Er ist eher ruhig und reserviert, spielt sich nicht in den Vordergrund, ist dafür aber verlässlich. Sein Bekannter Robert Cohn verkörpert als Amateurboxer das Gegenteil von ihm. Auch Mike und der spanische Matador Pedro Romero lassen Jake im Vergleich blass aussehen.

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