[Rezension] „Justins Heimkehr“ von Bret Anthony Johnston

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Zuallererst: Wer auf der Suche nach einem typischen Thriller mit viel Blut und Herzschlagalarm ist, wird hier nicht auf seine Kosten kommen.„Justins Heimkehr“ist ein Psychothriller der anderen Art, welcher vor allem durch seinen Schreibstil besticht. Bret Anthony Johnston schafft eine dichte und zum Teil spannende Atmosphäre, indem er die emotional-psychische Ebene der Protagonisten beleuchtet. Allen voran Justins Familie: Mutter Laura, Vater Eric, Justins Bruder Griffin und Cecil, Justins Großvater. Alle Personen bekommen eine Stimme, jeder für sich mit seinen geheimen Ängsten, Erfahrungen und Trieben. Justin selbst kommt eher selten zu Wort, was sich im Verlauf der Handlung aber als gut herausstellt.
Die Geschichte an sich ist schnell erklärt. Justin wurde entführt und kehrt nach 5 Jahren zurück nach Hause. Hier stehen nun alle vor der Frage, was mit Justin geschehen ist, wie er alles verkraftet hat oder wird und wie es nun weiter gehen soll. Ich hatte eine mysteriöse Entführungsgeschichte mit überraschender Wendung im Plot erwartet, das ist hier allerdings nicht der Fall. Wie bereits geschrieben geht es in dem Buch um die Psyche und Gedanken der Personen und die bringt der Autor dem Leser sehr gut nahe. Manche Passagen sind etwas langatmig und ich habe mich dabei ertappt, dass ich auch mal einige Zeilen überlesen habe, aber dennoch gab es einige Stellen, die mich sehr zum Nachdenken gebracht haben. Das Buch ist auch nicht „unspannend“ geschrieben, denn bis zum Schluss ist unklar, worum es hier genau geht und auch das Ende lässt einen definitiv noch länger nicht los. Daher gibt es eine klare Leseempfehlung mit kleiner Einschränkung: Den etwas langsameren Einstieg und die zum Teil unnötigen Passagen. Wer gerne Psychothriller mit literarischem Einschlag liest, liegt mit diesem Buch goldrichtig.

Weitere Eckdaten: Verlag C.H. Beck – ca. 420 Seiten – Originaltitel: Remember me like this

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