[Rezension] „Das Nest“ von Cynthia D’Aprix Sweeney

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„Das Nest“ von Cynthia D’Aprix Sweeney erfährt aktuell ja einen kleinen Hype in den sozialen Netzwerken. Zugegeben, das ist an mir bisher total vorbeigezogen. Ich bin überhaupt erst aufgrund der hübschen und sehr passenden Covergestaltung auf das Buch aufmerksam geworden. Doch das muss ja nichts zu bedeuten haben, getreu dem Motto ‚don’t judge a book by its cover‘. Worum geht es also in dem Buch?

Melody (Hausfrau und Mutter), Bea (ehemals erfolgreiche Schriftstellerin), Jack (Antiquitätenhändler) und Leo (Lebemann) sind Geschwister. Jeder von ihnen hat so seine eigenen Probleme und Sorgen, nicht nur, aber vor allem finanziell. Nicht mehr lange und es ist soweit, ihr Erbe, ‚das Nest‘, soll ihnen ausbezahlt werden und dabei helfen, alles zu regeln. Dummerweise kommt ihnen Leo in die Quere, der aufgrund einer Notsituation den gesamten Inhalt des Fonds erhält. Damit macht er sich bei seinen Geschwistern selbstverständlich nicht gerade beliebter und das, obwohl er aufgrund seiner Alkohol- und Drogeneskapaden sowieso schon das schwarze Schaf in der Familie ist. Ein Streit um das Nest beginnt, wobei einiges der Geschwister, ihrer Familienmitglieder und Freunde ans Tageslicht kommt, was lieber hätte im Dunklen bleiben sollen. Bitterböser Humor, charakteristische Figuren und Familienzwist, was will man mehr?

Familienromane entpuppen sich leider oft als plumpe, vorhersehbare Geschichten. Das ist hier, zum Glück, nicht der Fall. Der Einstieg in das Buch gelingt ohne Probleme, was nicht nur an der Geschichte liegt, sondern vor allem auch am lockeren Schreibstil der Autorin, der nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer ist. Die Kapitel werden immer aus unterschiedlicher Perspektive erzählt, was für Abwechslung sorgt und die Spannung steigert. Doch wenn aus zu vielen Perspektiven berichtet wird, lässt sich allerdings auch leicht der Überblick verlieren und man hat Schwierigkeiten die Personen auseinanderhalten bzw. die Verbindung untereinander herzustellen. So ging es mir hier leider ab und an und ich musste schauen, wo ich jetzt bin und wer gerade spricht. Sweeney bleibt nicht durchgängig im aktuellen Geschehen, sondern berichtet auch in Rückblenden von Vergangenem, was für die Geschichte natürlich wichtig ist. Mich hat das zum Teil ein bisschen konfus gemacht, da es für mich nicht immer sofort eindeutig war, in welcher Zeitspanne ich mich aktuell befinde. Letzten Endes fügt sich aber alles sehr gut zusammen, die Figuren wachsen einem ans Herz und es ist ein großes Lesevergnügen, klug und mit viel Charme und bissigem Humor erzählt. Äußerst geeignet für die muckeligen Herbsttage zu Hause.

Weitere Infos: Klett-Cotta Verlag / ISBN 978-3-608-98000-4 / engl. Originaltitel ‚The Nest‘

2 Kommentare zu „[Rezension] „Das Nest“ von Cynthia D’Aprix Sweeney“

  1. Dieses Buch steht eigentlich schon auf meiner Leseliste, seit der Verlag das Cover auch als Cover für den Vorschaukatalog genutzt hat – da habe ich mich nämlich gleich darin verliebt. Außerdem bin ich ja so ein verkappter Hobby-Ornithologe und mit Familiengeschichten kann ich eh ganz gut. Wie es scheint – mein Buch! 🙂
    Liebe Grüße, Cara

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