[Rezension] „Das Fürchten verlernen. 7 Mutproben, die alles verändern“ – Miriam Stein

Erst kürzlich habe ich „Das Fürchten verlernen. 7 Mutproben, die alles verändern“ von Miriam Stein beendet und es fällt mir immer noch schwer die passenden Worte dafür zu finden, denn das Buch hat mich schier umgehauen, obwohl ich zu Beginn noch meine Schwierigkeiten damit hatte (was vor allem an der Ich-Erzählweise liegt, die mir im Allgemeinen nicht ganz so zusagt).

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[Rezension] „Himbeeren mit Sahne im Rit – Zelda Fitzgerald

Keiner schafft es die Roaring Twenties so gekonnt, so schön und so lebensecht in Worten wiederzugeben wie die Fitzgeralds, denn das Schriftstellerpaar F. Scott und Zelda Fitzgerald gehört selbst zu den berühmtesten Figuren jener Zeit. Neben Scott, der schon zu Lebzeiten erfolgreich war, blieb Zelda schriftstellerisch eher im Hintergrund und veröffentlichte ihre eigenen Texte zum Teil sogar unter seinem Namen. Nun finden ein paar ihrer Erzählungen in einem wunderschönen Band im Manesse Verlag ihren eigenen Platz. Denn auch wenn man Zelda Fitzgerald immer als Teil „der Fitzgeralds“ und somit auch als F. Scott Fitzgeralds Frau sehen wird, hat sie es doch verdient, als eigenständige Person und vor allem als Schriftstellerin gewürdigt zu werden.

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[Rezension] „Libellen im Kopf“ – Gavin Extence

Gavin Extence dürfte vielen von euch durch seinen Überraschungserfolg „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ ein Begriff sein. „Libellen im Kopf“ ist nun seit zweiter Roman, der erst kürzlich auf Deutsch erschienen ist.

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Mit „Libellen im Kopf“ behält Extence zwar die Grundthemen seines ersten Buches bei: Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Tod und Krankheit, aber dennoch erzählt er eine neue, sehr authentische und durchaus mit Humor versehene Geschichte über Abby, die an einer bipolaren Störung leidet und damit nicht nur ihr eigenes Leben auf den Kopf stellt.

Abby ist Mitte zwanzig und lebt mit ihrem Freund Beck zusammen, sie hat ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Zu ihrer Schwester und ihrem Vater dafür eher weniger, denn der hat ihre Mutter bilderbuchhaft für ein jüngeres Model verlassen und ihre Schwester nach Abbys Empfinden immer bevorzugt behandelt. Abby arbeitet als freie Journalistin, ist demnach nicht gerade reich, aber eigentlich glücklich. Wären da nicht die kleinen Libellen in ihrem Kopf, die immer mal wieder raus wollen, um sich auszutoben. Als Abby ihren Nachbarn Simon tot in dessen Wohnung vorfindet, wird scheinbar eine neue manische Episode ausgelöst. Sie kann nicht mehr schlafen, steigert sich in eine fixe Idee für einen neuen Artikel hinein, wirft ihr Geld zum Fenster raus (z.B. für ein überteuertes Designerkleid, mit dem sie durch die Stadt spaziert) und steuert langsam, aber stetig auf eine Katastrophe zu. Als sie schreiend in einem Hotelzimmer zusammenbricht gibt es nur noch einen Ausweg: Die Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik. Wie geht es nun mit Abby weiter? Weiterlesen „[Rezension] „Libellen im Kopf“ – Gavin Extence“

[Rezension] Das Geheimnis der Schwimmerin – Erika Swyler

Wenn die Tage wieder kürzer werden, lese ich gerne mal richtig dicke, die Zeit um einen herum vergessen lassende Schmöker. „Das Geheimnis der Schwimmerin“ von Erika Swyler versprach solch einer zu sein. Warum mich der Roman letztlich doch nicht ganz überzeugen konnte, könnt ihr hier nachlesen.

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[Rezension] „Jetzt, Baby“ von Julia Engelmann

„Jetzt, Baby“ ist nach „Eines Tages, Baby“ und „Wir können alles sein, Baby“ der aktuelle Band mit Poetry-Slam-Texten von Julia Engelmann, die vielen durch ihr Video von „One Day“ bekannt sein dürfte, das sich unglaublich schnell im Internet verbreitet hat. Nun, mit Erscheinen des dritten Bands, siegt meine Neugierde dann doch, denn ich habe weder die Vorgänger gelesen, noch das Video komplett gesehen. Vor allem stellt sich mir aber eine Frage: Ist Julia Engelmann die vielen positiven Stimmen wert?

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[Rezension] „Der weite Raum der Zeit“ von Jeanette Winterson.

Eine rasante, moderne Neuerzählung von Shakespeares Wintermärchen.

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„Der weite Raum der Zeit“ von Jeanette Winterson ist Teil der Hogarth Shakespeare Reihe, bei der anlässlich des 400. Todestags Shakespeares acht seiner Werke von bekannten Autoren/Autorinnen neu erzählt werden. Da ich ‚Hag-Seed‘ von Margaret Atwood (erscheint in Deutschland im Frühjahr 2017) erst kürzlich gelesen und besprochen habe, war ich ziemlich neugierig, wie Winterson Shakespeares „Das Wintermärchen“ umsetzt. Schon vorab: Bei beiden Autorinnen erkennt man deutlich den eigenen Stil, der raffiniert mit der Originalerzählung verwoben ist. Das macht die Neuerzählungen sowohl für Shakespeare-Fans als auch Nicht-Fans zu einem Lesevergnügen der besonderen Art. Weiterlesen „[Rezension] „Der weite Raum der Zeit“ von Jeanette Winterson.“

[Rezension] „Nach einer wahren Geschichte“ von Delphine de Vigan.

Was ist Wahrheit, was ist Fiktion?

Delphine de Vigans neuester Roman „Nach einer wahren Geschichte“ lässt den Leser bzw. Hörer an die Grenzen von Wahrheit und Fiktion gehen, bis beides verschwimmt und nicht mehr klar auszumachen ist: Was ist echt und was nicht?

In „Nach einer wahren Geschichte“ trifft die angesehene Schriftstellerin Delphine auf die Ghostwriterin L. Beinahe sofort entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Sie tauschen sich aus, fühlen einander verbunden. Sie führen Diskussionen über den Wahrheitsgehalt von Geschichten. L. ist der Ansicht, dass Geschichten immer wahr sein müssten. Das irritiert Delphine und lässt sie an sich zweifeln. So sehr, dass sie in eine schwerwiegende Schaffenskrise gerät, in der ihr kein Text mehr gelingen will, ja, es sogar soweit geht, dass sie nicht einmal mehr ihren Computer anschalten kann, um einfache Mails zu beantworten. Da ist L. zur Stelle. Sie hört ihr nicht nur zu und versteht sie, sondern hilft ihr auch, indem sie ihr viele Dinge im Haushalt, aber auch ihrer künstlerischen Tätigkeit abnimmt. Sie beantwortet Mails, sagt Interviews ab und bittet den Verlag um zeitlichen Aufschub. Delphine ist erleichtert und sieht in L. eine Verbündete, wie es ihre bisherigen Freunde und Freundinnen nie waren. L. fasziniert sie. L. ist immer da. L. kann sie vertrauen und L. kennt sie besser als Delphine sich selbst, aber irgendetwas ist da, was sie stört, was ihr merkwürdig vorkommt. Kann ein Mensch wirklich so selbstlos sein? Und ist L. die eine Person, der sie vertrauen kann?

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Martina Gedeck verleiht Delphine eine ausdrucksvolle Stimme, wodurch die Lesung an Kraft und Stärke und die Personen an Authentizität gewinnen. Die ruhige, aber doch bestimmende Tonart der Sprecherin unterstreicht den Inhalt und die Aussage des Buches auf gekonnte Art und Weise, weshalb ich es nicht bereue, mich für die Hörbuchversion entschieden zu haben. Weiterlesen „[Rezension] „Nach einer wahren Geschichte“ von Delphine de Vigan.“

[Rezension] „Die Frau an der Schreibmaschine“ von Suzanne Rindell

Raffiniert, heimtückisch und mit überraschendem Ende.

„Die Frau an der Schreibmaschine“ ist Suzanne Rindells erster Roman und ein sprachlich ausgereiftes, mit raffinierten Wendungen versehenes Debüt.

Wir befinden uns im New York der wilden 20er Jahre, das von Prohibition, rasanten Partys, mutigen Frauen und einer Welt im Wandel dominiert wird. Rose arbeitet als Stenotypistin bei der New Yorker Polizei und ist dadurch so manches gewohnt. Nichtsdestotrotz gehört sie eher dem Typ braves und naives Kleinstadtmädchen an und hat so gar keine Erfahrungen, was das New Yorker (Nacht)leben der Roaring Twenties betrifft. Bis eines Tages Odalie auftaucht und sich als ihre neue Kollegin vorstellt. Rose ist sofort beeindruckt von Odalies glamourösem und selbstbewusstem Auftreten, welches nicht gegensätzlicher zu ihrem eigenen hätte sein können. Odalie nimmt Rose mit in eben jenes Nachtleben und diese ist wie berauscht und bricht Stück für Stück mit ihren alten Gewohnheiten. Es entwickelt sich eine Freundschaft, schon fast eine Obsession, denn Rose sieht in Odalie eine Leitfigur, die sie zugleich bewundert und abstößt. Doch wer war Odalie wirklich und wer gibt sie vor, zu sein? Immer öfter treten Personen aus Odalies Vergangenheit auf, die Rose an deren Identität zweifeln lassen und immer mehr gerät Rose in einen Strudel aus Geheimnissen und Lügen, bis sich alles in einer verzweifelten Nacht entlädt. Weiterlesen „[Rezension] „Die Frau an der Schreibmaschine“ von Suzanne Rindell“