[Rezension] „Das Fürchten verlernen. 7 Mutproben, die alles verändern“ – Miriam Stein

Erst kürzlich habe ich „Das Fürchten verlernen. 7 Mutproben, die alles verändern“ von Miriam Stein beendet und es fällt mir immer noch schwer die passenden Worte dafür zu finden, denn das Buch hat mich schier umgehauen, obwohl ich zu Beginn noch meine Schwierigkeiten damit hatte (was vor allem an der Ich-Erzählweise liegt, die mir im Allgemeinen nicht ganz so zusagt).

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Miriam Stein wurde in Korea geboren, als Baby von einer deutschen Familie adoptiert und wuchs dann in Osnabrück auf. Sie berichtet in ihrem zweiten Buch „Das Fürchten verlernen“ sehr persönlich und sehr authentisch von ihrem Leben, den psychischen Problemen ihrer Adoptivmutter (bestehend aus Panikattacken und Angstneurosen), Miriams (daraus resultierenden?) persönlichen psychischen Problemen und ihrer Suche nach der eigenen Identität, die sie zusätzlich durch Höhen und Tiefen führt.

Anhand von 7 Kapiteln begleiten wir sie durch unterschiedliche Phasen ihres bisherigen Lebens – immer im Hintergrund (oder Vordergrund, wie man es nimmt) das Thema Angst und Furcht. Muss ich wirklich angstfrei sein, um ein sorgenfreies, „gutes“ Leben zu leben oder ist Angst zu haben nicht etwas vollkommen Normales? Miriam Stein fragt sich das nicht nur selbst, sondern reflektiert auch ihr Umfeld und bezieht den aktuellen Forschungsstand zum Thema mit ein. Die Geschichte wird spannend erzählt, es geht um Miriams Kindheit, die Phase, in der sie mehr Erwachsene als Kind ist, die Phase, in der sich alles umkehrt und Miriam rebelliert, die Phase des Ausprobierens, die Krisenphase, die Zwischenphase, in der sie in der Schwebe steckt und sich selbst in Frage stellt, die Selbstfindungsphase und letzten Endes die aktuelle Phase, in der vorerst alles „ok“ ist. Sie berichtet von der alltäglichen Angst, die fast jeder kennt bis hin zu extremen Ängsten, Panikattacken und Zwangsneurosen, die man als krankhaft bezeichnen kann.

In „Das Fürchten verlernen“ steckt irgendwie von allem ein bisschen: Wissenschaft, Gesellschaftsaufnahme, Sozial- und Selbstkritik und jede Menge Autobiografisches (das macht den Hauptteil des Buches aus). Man sollte also nicht davon ausgehen, einen wissenschaftlichen Ratgeber in diesem Buch zu finden, lediglich einen Erfahrungsbericht, aber doch ist es meiner Meinung nach eine unglaublich interessante und lesenswerte Lektüre. Ich muss allerdings einschränkend dazu sagen, dass ich selbst nicht Betroffen bin und auch niemanden persönlich kenne, der betroffen ist, daher kann ich das Buch nur als außenstehend-interessierte Leserin beurteilen – und aus dieser Perspektive finde ich es gelungen, wenn es auch manchmal nicht ganz beim eigentlichen Hauptthema krankhafte Angst bleibt.

Suhrkamp Verlag – ca. 270 Seiten – ISBN: 978-3-518-46725-1

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