[Rezension] „Das Haus in der Nebelgasse“ von Susanne Goga

An dunklen und grauen Tagen verschlägt es mich oft in eine andere Zeit. Vorzugsweise in eine solche vor Handys und Internet und am allerliebsten nach London, denn von Jennifer Donnellys „Rosentrilogie“ bin ich immer noch begeistert, habe aber leider (bis jetzt) noch nichts Vergleichbares gefunden. Da kam mir der neue Roman von Susanne Goga – „Das Haus in der Nebelgasse“ sehr gelegen.

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Wir befinden uns im London um 1900 herum. Matilda Gray, die Hauptfigur der Geschichte, arbeitet als Lehrerin an einer Mädchenschule und führt ein unabhängiges, relativ freies Leben (man bedenke: Für die damalige Zeit als Frau noch eher selten). Durch ihren Beruf hat sie eine enge Bindung zu vielen ihrer Schülerinnen aufbauen können, doch am stärksten zu Laura. Als diese eines Tages nicht mehr zum Unterricht kommt, beginnt sich Matilda zu sorgen. Ihr Verschwinden ist zwar rational begründbar, doch Matilda ahnt, dass mehr dahinter stecken könnte als es auf den ersten Blick scheint. Nachdem Matilda eine mysteriöse Postkarte von Laura erhält, die sie damit auf eine Art „Schnitzeljagd“ schickt, ist Matilda überzeugt: Hier stimmt was nicht! Immer tiefer gerät die junge Lehrerin in einen Strudel voller Geheimnisse um Laura, ein altes Haus und ein längst vergessen geglaubte Familiendrama, bei der sie sich nicht nur einmal in Gefahr begeben muss. Auf ihrer Suche nach dem Mädchen wird Matilda von Stephen Fleming, einem jungen Historiker, begleitet. Werden die beiden das Rätsel um Laura und das Haus lösen können?

„Das Haus in der Nebelgasse“ liest sich locker-leicht, ohne dabei zu platt zu sein. Man mag sich ja schon denken, dass sich zwischen Matilda und Stephen eine Liebesgeschichte anbahnt, doch diese wird nicht all zu sehr betont und ausgeschmückt, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Auch ist die Wortwahl bzw. Sprache der Thematik des Buches angemessen, denn oft wird gerade bei Romanen aus der Kategorie „Historie“ meines Erachtens zu wenig auf einen schönen Schreibstil geachtet, was mich des öfteren ein Buch hat aus der Hand legen lassen.

Die Geschichte wird in der Vergangenheit und größtenteils aus Matildas Perspektive erzählt, immer mal wieder unterbrochen durch kleinere Passagen, in denen Briefe aus einer noch länger vergangenen Zeit von ihr gelesen werden, um so verschiedene Zeiten und das Geheimnis um das Haus miteinander zu verknüpfen.

Geheimnis ist allerdings in dem Fall fast schon zu viel gesagt, denn relativ schnell ist die Handlung vorhersehbar und die Ereignisse sowie das Ende keine große Überraschung, was wirklich schade ist. Auch die Figuren können mich leider nicht wirklich begeistern. Hätte es mehr Szenen (Achtung, kleiner Spoiler!) wie diejenige um Stephens geistig erkrankte Frau gegeben, hätten die Personen sowie die Geschichte mehr Tiefe erhalten, was ich persönlich schon etwas vermisst habe. Denn auch Lauras persönliches Geheimnis und Matildas Ängste kommen teils unglaubhaft herüber. Klappentext und Beginn sind noch recht vielversprechend, aber Seite um Seite wird die Geschichte langatmiger und es ist mühsam, Spannung darin zu finden Aus diesem Grund kann ich das Buch leider nur bedingt weiter empfehlen.

Diana Verlag – 448 S. – ISBN: 978-3-453-35885-0

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