[Rezension] „Im Schatten unserer Wünsche von Jeffrey Archer

„Im Schatten unserer Wünsche“ ist bereits Teil vier der Clifton-Saga von Jeffrey Archer. Auch hier geht es, wie bei den drei Vorgängern, vor allem um Macht, Liebe und Intrigen im England der – jetzt – 50er Jahre. Also wieder ein historischer Schmöker – so langsam dürfte klar sein, dass das mein „heimliches Laster“ ist 😉

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Wie schon in den vorangegangenen Bänden „Spiel der Zeit“ (Band eins), „Das Vermächtnis des Vaters“ (Band zwei) und „Erbe und Schicksal“ (Band drei), geht es vordergründig um die Familie Clifton und die Familie Barrington (wer sich nicht mehr ganz sicher ist, wer hier wer ist, dem bietet sich im Umschlag je vorne und hinten des Buches eine detaillierte Übersicht bzw. ein Stammbaum der Cliftons und Barringtons), die immer wieder neue Bewährungsproben zu meistern haben und sich teils schlimmen Schicksalsschlägen stellen müssen. Dabei möchte ich gar nicht zu viel verraten, für diejenigen, die die Clifton-Saga noch nicht kennen und bleibe daher weiter allgemein und etwas vage in Details. Ich kann jedoch so viel berichten: Teil eins habe ich innerhalb kürzester Zeit gelesen, weil es so unglaublich spannend ist und ich unbedingt wissen wollte, was passiert – und das ist auch das Grundprinzip aller Bände der Clifton-Saga, Spannung aufbauen, Familiendramen und Intrigen spinnen und immer, wenn gerade scheinbar alles gut zu werden scheint, doch wieder etwas (vermeintlich) Schlimmes geschehen lassen. Auch wenn man als Leser weiß, dass bestimmt bald wieder irgendeine Überraschung kommt, mindert das das Lesevergnügen nicht, im Gegenteil. Bei den Cliftons und Barringtons wird es einfach nie langweilig und Archer ist ein begnadeter Erzähler, der aufgrund seiner politischen Vergangenheit viel, z.T. fiktives, politisches und wirtschaftliches Zeitgeschehen mit einfließen lässt, dies aber gut und verständlich beschreibt. Sicher kommt auch die ein oder andere Liebesbeziehung in den Büchern vor, aber sie wird nicht ausgeschmückt erzählt – und das kann ich immer nur befürworten.

Teil vier, „Im Schatten unserer Wünsche“, knüpft nun direkt an den Cliffhanger, bei welchem Teil drei, „Erbe und Schicksal“, aufgehört hat, an. Wir erfahren, was mit Sebastian geschehen ist und wie es mit der Familie Clifton weitergeht. Im Grunde dreht sich Band vier hauptsächlich um ‚Barrington Shipping‘ und Emma Barringtons Rolle in dessen Vorstand. Schafft Emma es, ‚Barrington Shipping‘ vor dem Ruin zu bewahren? Wie sollen sie gegen den Kriminellen Pedro Martinez (bekannt aus Band drei) vorgehen, der aufgrund persönlicher Interessen versucht, das Unternehmen zu sabotieren? Und mitten im Existenzkampf um ‚Barrington Shipping‘ erfährt Jessica, die Adoptivtochter Emmas und Harrys, auch noch von einem Geheimnis, welches sie tief trifft und die ganze Familie auf ewig zeichnen wird…

Immer wieder tauchen Figuren auf, die den Cliftons schaden wollen (die Saga wird in Jahre eingeteilt aus verschiedenen Perspektiven erzählt) – es tauchen aber ebenso viele Personen auf, die das Gegenteil im Sinn haben. So herrscht prinzipiell permanent ein Kampf zwischen „Gut und Böse“, was nicht negativ gemeint ist, dadurch wird das Lesen zum Vergnügen und das Mitfiebern umso mehr, denn man kennt als Leser beide Seiten, weiß also, dass etwas passieren wird, nur nicht genau was. Da ich persönlich Band zwei, „Das Vermächtnis des Vaters“ , und Band drei, „Erbe und Schicksal“, nicht mehr ganz so spannend gefunden habe, wie den ersten Band, „Spiel der Zeit“, habe ich zunächst mit dem Lesen des vierten Bandes, „Im Schatten unserer Wünsche“, gezögert (welch ein Satz!), was ich nun beinahe schon bereue. Band vier ist wieder fast so spannend und fulminant wie Band eins und das Ende selbstverständlich mit einem Cliffhanger versehen, sodass ich den fünften Band, „Wege der Macht“, kaum noch erwarten kann. Einziges Manko: Die Figuren, die einem ans Herz gewachsen sind (vor allem Harry und Sebastian), spielen fast nur noch eine Nebenrolle. Ihre Geschichte wird zwar fortwährend weiter-, aber oft aus der Perspektive einer anderen Person erzählt – so erfährt man natürlich weniger und das ist ein wenig schade.

Nichtsdestotrotz ist die Clifton-Saga demnach für all jene Leser*Innen empfehlenswert, die gerne tief in eine Geschichte eintauchen, sprich schmökern, mit Figuren einer Geschichte mitfiebern können und wollen und gerne Reihen lesen, denn man muss einen Cliffhanger am Ende schon verschmerzen können (im April geht es hier endlich weiter!)

Aus dem Englischen von Martin Ruf – Heyne Verlag – 544 S. – ISBN: 978-3-453-41991-9

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