[Lesemonat] März 2017

Ich habe hin und her überlegt, ob ich noch Lesemonate online stellen sollte. Letztendlich habe ich mich – zunächst – dafür entschieden, aber ich möchte etwas vorwegschicken: Es ist mir überhaupt nicht wichtig, wie viele Bücher ich oder jemand von euch in einem Monat liest, geschweige denn wie viele Seiten sich bei mir oder euch monatlich, jährlich oder in einem ganzen Leben ansammeln. Lesen ist für mich kein Leistungssport, sondern mein allerliebstes und größtes Hobby, vielleicht sogar etwas mehr als das. Niemand sollte sich unter Druck gesetzt fühlen, weil er „zu wenig“ oder „zu viel“ liest oder vielleicht auch „zu trendbewusst“ oder „zu unabhängig“. Sicher ist das schwer, in Zeiten von sozialen Medien und quasi Daueronlinepräsenz seinen eigenen Weg zu finden und es ist auch nicht schlimm, sich etwas beeinflussen zu lassen. Das gehört dazu. Ich nehme mich da kein Stück von aus. Oft denke ich mir, ich sollte unabhängiger lesen, vielleicht sogar weniger lesen, aber dann denke ich mir wiederum: Wieso etwas kaputt überlegen, was mir so viel Freude bereitet? Dennoch liegt es mir am Herzen, noch mal zu betonen, dass es vollkommen in Ordnung ist, mal keine Lust auf ein Buch zu haben, sondern lieber den Abend mit seinen Freunden oder seiner Familie oder einer guten Serie, Sport, was auch immer, zu verbringen. Genauso ist es total ok, lieber ein Buch zu lesen und den Abend „alleine“ zu bleiben. Macht das, worauf ihr Lust habt, dann habt ihr auch Spaß daran. Das Leben ist nicht planbar, darum auch nicht, wie viel und was man liest. Manchmal steht einem der Sinn eben mal nach einem Krimi, einem historischen Roman, einer Liebesschnulze, einem Comic, whatever, auch wenn man sonst eher „gehobenere“ Literatur liest. Ich finde das nicht tragisch, im Gegenteil, ich finde das absolut menschlich und vertretbar. Wo kämen wir denn hin, wenn alle nur noch geradeaus schauen würden, ohne den Blick schweifen zu lassen?

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Ein weiterer Grund, warum mir Lesemonate online stellen schwerfällt, ist der, dass ich einfach nie „vollständige“ Fotos werde zeigen können. Ich lese momentan unheimlich viele Bücher, manche leihe ich aus, viele verleihe ich wiederum und ab und zu lese ich auch mal unterwegs elektronisch (wenn auch ungern). Da bleibt am Ende des Monats nie das Gesamtpaket vorzeigbar im Regal. Für mich ist das nicht schlimm, Bücher und Geschichten sind zum Teilen da (auch wenn ich manche am Ende doch lieber wieder zu Hause haben möchte, es sind halt gute Bekannte geworden). Bevor ich jetzt noch weiter aushole, folgt ein Ausschnitt meines Lesemonats März zwanzigsiebzehn:

‚Die Widerspenstigkeit des Glücks‘ von Gabrielle Zevin

‚Licht‘ von Anthony McCarten

‚Jahre wie diese‘ von Sadie Jones

‚Die Tiere von Picasso‘ von Boris Friedewald

‚Applaus für Bronikowski‘ von Kai Weyand

‚Die Unvollendete‘ von Kate Atkinson

‚Wenn nachts der Ozean erzählt‘ von Zana Fraillon

‚Bis an die Grenze‘ von Dave Eggers

‚Eine englische Ehe‘ von Claire Fuller

‚Durch Mauern gehen‘ von Marina Abramović

‚Das Buch der Spiegel‘ von E.O. Chirovici

‚Panikherz‘ von Benjamin v. Stuckrad-Barre

‚Der Club‘ von Takis Würger

‚Die stillen Trabanten‘ von Clemens Meyer

‚Jürgen‘ von Heinz Strunk

Nicht zu jedem Buch gibt es eine Besprechung. Auch wenn ich sehr gerne schreibe, fehlt doch manchmal die Zeit, die Energie und ab und an möchte ich ein Buch auch nicht „auseinandernehmen“. Vor allem dann, wenn es mir besonders gut gefallen hat. Über manche Bücher kann und möchte ich nicht viel schreiben, weil ich sie in Gedanken als ein besonderes Erlebnis, ein außerordentliches Gefühl bewahren möchte. Beinahe jede Zeile wäre in diesem Fall zu viel. Ich hoffe, ihr versteht das.

 

2 Kommentare zu „[Lesemonat] März 2017“

  1. Ich fühle mich auch manchmal „asozial“, wenn ich mich abends mit einem Buch in mein Bett lege anstatt mit anderen Menschen was zu machen. Aber wie du schon schreibst: Das ist voll okay. Ich musste nur lernen, mir das selbst immer wieder zu sagen und es mir auch zu glauben. 🙂

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