[Lesemonat] April 2017

An dieser Stelle folgt eine kurze Zusammenfassung meines Lesemonats April 2017. Wie immer gilt, dass ich so lese, wie es mir Spaß und Freude bereitet. Das heißt, dass ich mir kein besonderes Leseziel setze. Sicher habe auch ich ein paar Bücher hier liegen, z.B. Lese- bzw. Rezensionsexemplare, die ich möglichst bald lesen „muss“, aber dieses „muss“ bleibt bei mir dennoch relativ neutral besetzt. Außerdem möchte ich im Mai gerne etwas „unabhängiger“ lesen. Für mich bedeutet das, immer im Wechsel zu lesen. Also ein, zwei Neuerscheinungen, dann wieder ein, zwei Bücher, die schon etwas „älter“ sind. Das können Klassiker sein oder auch einfach mal wieder ein Krimi, ein Jugendbuch, ganz egal, aber mir muss gerade der Sinn danach stehen und es sollte nicht gerade neu herausgekommen sein.

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Mir haben eigentlich alle Bücher, die ich im April gelesen habe, gut gefallen. Allerdings hatte ich mit „Altes Land“ von Dörte Hansen doch so meine Probleme. Es war aus verschiedenen Gründen einfach nicht mein Buch. (Das könnt ihr aber auch in meiner Rezension nachlesen.) Mein Lesehighlight April war „So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank. Es ist eine etwas andere Familiengeschichte mit zartbitterer Tragikomik. Eigentlich passiert in dem Buch nicht viel, aber gerade das liest sich ganz wunderbar. Ich habe richtig mitgefiebert und am Ende sogar ein Tränchen vergossen, was ich relativ selten beim Lesen tue. Ein wenig Kummer hatte ich mit Tom Kummers „Nina & Tom“, weil ich mitten im Buch steckte als die Plagiatsvorwürfe gegenüber Kummer veröffentlicht wurden und ich dann sozusagen in einem moralischen Dilemma steckte. „Darf“ ich das Buch jetzt weiterlesen oder nicht? Muss ich mich dann schlecht fühlen? „89/90“ von Peter Richter behandelt die Thematik der deutschen Geschichte zur Zeit der Wende. Sehr authentisch, lebensnah, aber auch chaotisch und – für mich besonders schön – mit viel Musik aus den 80ern/90ern. „Die Erfindung der Flügel“ von Sue Monk Kidd behandelt historisch den Aspekt der Sklaverei, aber auch den der Rolle der Frau im Amerika Anfang des 19. Jahrhunderts. Es ist nicht nur interessant, sondern auch noch wunderbar geschrieben. „Der Scheik von Aachen“ von Brigitte Kronauer ist für all jene Buchliebhaber, die es sprachgewaltig mögen. Es ist auf jeden Fall ein wirklich tolles Buch, aber wahrscheinlich doch eher speziell. „Lanz“ von Flurin Jecker ist ein Coming-of-Age-Roman, der auch vor allem durch seine Sprache lebt. Ebenso „Alles, was ich nicht erinnere“ von Jonas Hassen Khemiri, welches auf mich eine richtige Sogwirkung ausübte. „Soloalbum“ von Benjamin v. Stuckrad-Barre war interessant zu lesen, da man, wenn man „Panikherz“ bereits gelesen hat, auch in „Soloalbum“ allerhand Persönliches herauslesen kann, sodass einiges mehr Sinn ergibt (so habe ich es zumindest empfunden). „Das Buch der Wunder“ von Stefan Beuse ist in der Tat ein wundersames Buch. Ich weiß nicht so ganz, ob es nun Krimi, Abenteuer, Fantasy oder Drama ist, aber ich denke, genau das macht es auch aus. Je nach eigener Persönlichkeit entwickelt das Buch eine Art Eigendynamik. „Did you ever have a family“ („Fast eine Familie“) von Bill Clegg ist ein Familienroman voller Tragödien. Zum Mitfiebern, Mittrauern und Mitmenschlichsein – und endlich mal wieder ein englischsprachiger Roman. Das sollte ich wohl auch dringen ändern. (Wieder mehr im Original lesen!)