[Rezension] „Magonia“ |Maria D. Headley

Jugendbücher und ich. Das hatte eine lange Zeit Tradition. Und auch heute noch greife ich gerne zu einem solchen Exemplar, wenn mir der Sinn danach steht. Leider musste ich in letzter Zeit häufig feststellen, dass viele Jugendbücher nach einem ähnlichen Schema gestrickt sind und dadurch wenig Neues und wenig Innovatives zu bieten haben – jedenfalls für mich. Ausnahmen gibt es sicher – wie überall – aber diese muss man erst einmal finden. Daher lese ich mittlerweile viel seltener Jugendbücher, was ich aber doch ab und an sehr vermisse. Mit „Magonia“ wollte ich einen neuen Versuch in diese Richtung starten. Warum? Es klingt so magisch wunderbar, zum der Realität entfliehen.

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Aza Ray leidet seit ihrer Geburt an einer unheilbaren und höchst seltenen Lungenkrankheit. Niemand weiß so recht, worum es sich dabei handelt und niemand findet ein Gegenmittel. Daher weiß Aza: Eher früher als später muss sie sterben. Als es ihr wieder besonders schlecht geht, scheint daher alles verloren. Ihre Familie und ihr bester Freund Jason müssen sie gehen lassen, aber Jason glaubt nicht daran, dass Aza wirklich tot ist. Er beginnt nachzuforschen und kommt so einem mystischen, mysteriösen und zugleich magischen Geheimnis auf die Spur, dem von Magonia. Einem Land über der Erde, mit Vogelwesen und fliegenden Schiffen in den Wolken. Einem Land, in dem Aza wieder gesund ist und welches ihr eine große Aufgabe auferlegt. Doch ist Aza bereit, diese Aufgabe zu erfüllen oder hängt ihr Herz doch noch ein Stück zu sehr an der Erde?

„Magonia“ von Maria D. Headley ist zu einem großen Teil Jugendroman, inklusive patziger Protagonistin und Außenseitertum und zu einem großen Teil Fantasyroman, inklusive magischer Geschöpfe und einer fremden Welt. Headley verwendet in „Magonia“ eine besondere Sprache, indem sie mit Wörtern spielt, wenn sie diese extra betonen möchte. (Zum Beispiel formt sie aus dem Wort „Zuhause“ ein Quadrat, welches das Zuhause darstellen soll.) So etwas mag ich sehr, weil sich so die Geschichte alleine durch ihren Schreibstil aus der Masse hervorhebt.

Der Roman wird aus zwei Perspektiven erzählt. Aus Azas Sichtweise, die ich manchmal als etwas zu anstrengend empfunden habe, denn, auch wenn man todkrank und ein Teenie ist, muss man das doch bitte nicht ganz so doll heraushängen lassen – und aus Jasons Sichtweise, der mir persönlich sehr viel sympathischer gewesen ist. Schade, dass seine Kapitel im Vergleich zu Azas viel zu kurz gekommen sind. Was mich gleich zu meinem „Problem“ mit dem Buch führt: Ich habe es als etwas zu langatmig empfunden. Viele Sequenzen in Magonia sind zu gewollt. Vielleicht empfinde ich das auch nur so, weil ich schon so viele Fantasyromane und Dystopien gelesen habe, aber ich hätte mir hier irgendwie etwas Überraschenderes gewünscht und, wie ich eben bereits schon erwähnt habe, Aza ist einfach nervig. Es tut mir leid, aber ihre Denkweise, ihr Handeln, ihr Fühlen, das ist bis auf ein paar Ausnahmen wirklich daneben. In Teilen habe ich das Buch sehr gerne gelesen und vor allem die Sprachspielereien finde ich nach wie vor gelungen, aber Aza als Protagonistin und die Handlung in Magonia, naja, das ist – meiner Meinung nach – ausbaufähig. Wäre ich jetzt allerdings in Azas Alter, würde ich das sehr wahrscheinlich etwas anders beurteilen, daher kann ich „Magonia“ guten Gewissens an ein jüngeres Lesepublikum weiterempfehlen (denn ich fand es ja keineswegs schlecht!) und an Leser meines Alters auch, aber mit Abstrichen (wie oben genannt), wenn sie denn gerne von magischen Welten lesen oder einfach nur mal abtauchen möchten.

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Aus dem Amerikanischen von Julia Walther – Heyne fliegt – 368 S. – ISBN: 978 – 3 -453 – 27017-6

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