[Lesemonat] Juli 2017

Der Juli in Büchern war durchwachsen, aber dennoch ganz gut. Lesetechnisch gefehlt hat mir ein weiteres Sachbuch bzw. eine richtige (Auto-)biografie. Eigentlich stand Marie Curie „auf dem Plan“ (der bei mir gar nicht existent ist, aber ich hatte Lust, mehr über sie zu erfahren), bin aber leider in der hiesigen Bibliothek nicht fündig geworden – so muss das noch ein wenig warten.

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„Lily und der Oktopus“ | Steven Rowley

Ein Roman über eine große Liebe: von Mensch zu Hund; und umgekehrt. Was passiert mit einem, wenn der treueste Begleiter plötzlich krank wird, weil er einen Oktopus auf dem Kopf sitzen hat? Stellenweise tragisch-schön, manchmal aber auch ein wenig zu viel des Guten (z.B., wenn Lily in Hundesprache spricht). Ich mochte es aber dennoch gerne. Kurz: „Lily und der Oktopus“ ist ein herzerwärmendes, aber auch trauriges Buch, das vor allem durch die Skurrilität und den Fantasiereichtum des Autors lebt. Es ist ein fluffiges und zugleich nicht fluffiges Buch. Für Fans von „Das Rosie-Projekt“ und schweren Themen, die schön und leicht locker verpackt sind, eine klare Empfehlung!

„Magonia“ | Maria D. Headley

Ein Jugendbuch, das besonders sein soll. Magisch wunderbar, zum der Realität entschwinden. Leider konnte mich „Magonia“ nicht ganz überzeugen, da ich weder mit der Protagonistin, noch mit der Geschichte warmgeworden bin. Vielleicht falle ich auch einfach nur nicht in die Zielgruppe, aber ich hatte mich auf eine magische Geschichte gefreut, die mich letzten Endes überhaupt nicht fesseln konnte. Dafür haben mir die Sprachspielereien der Autorin sehr gefallen. Bitte mehr davon und weniger patzige Protagonistin beim nächsten Mal!

„Giacinta“ | Luigi Capuana

Ein Klassiker wird neu entdeckt. „Giacinta“ besticht durch seine herrliche Sprache, die elegant kühl und gleichzeitig wohlig wärmend ist sowie durch seine Protagonistin Giacinta Marulli. Eine eigenwillige, zielstrebige, moderne Frau, die sich durch nichts so leicht unterkriegen lässt – so scheint es. In ihrem Inneren brodelt es. „Giacinta“ ist ein Roman, der es inhaltlich wie sprachlich sehr gut mit den geläufigen Klassikern zum Thema „dramatisches Frauenschicksal“ (klingt blöd, aber in meiner Rezension könnt ihr nachlesen, was ich meine) aufnehmen kann: „Anna Karenina“, „Madame Bovary“, „Effi Briest“. Sehr lesenswert!

„The Hate U Give“ | Angie Thomas

DAS Buch der Stunde. Angie Thomas trifft mit „THUG“ mitten ins Herz der Leser|innen und des politischen wie gesellschaftlichen Geschehens. „The Hate U Give“ ist sicherlich auf mehreren Ebenen ein wichtiges Buch. Nicht nur, weil es Rassismus und Polizeigewalt thematisiert, sondern auch, weil es sehr lebensecht und (nicht nur) für Jugendliche nachvollziehbar geschrieben ist. Ein paar Stellen empfand ich als „zu glatt“ und auch manchmal als etwas zu „kindlich“ bzw. „jugendlich“, aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Ich halte dieses Buch für sehr, sehr lesenswert, wenn ihr mögt, dann am besten sogar im Original.

„Exit West“ | Mohsin Hamid

Dieser Roman erscheint erst im August (genauer: am 22.08.2017), daher kann ich noch nicht allzu viele Worte darüber verlieren. Es ist ein gutes, ein wichtiges, ein politisches Buch, das zum Nachdenken anregt. Mich konnte es – mit Abstrichen – überzeugen.

„Too Much and Not the Mood“ | Durga Chew-Bose

Essays, mitten aus dem Leben gegriffen – fürs Herz, die ans Herz gehen. Mehr brauche ich eigentlich nicht dazu zu schreiben. Ihr werdet euch beim Lesen auf jeden Fall das ein oder andere Mal wiederfinden und vielleicht sogar manche Dinge mit anderen Augen sehen. Absolut empfehlenswert!

„Livealbum“ – Benjamin v. Stuckrad-Barre

Der (wenn ich mich jetzt nicht täusche) zweite Roman von Stuckrad-Barre. Hier begleiten wir ihn auf Lesereise. Gewohnt schlagfertig werden hier das Umfeld und so auch die Gesellschaft (aber auch Stuckrad-Barre selbst) gekonnt analysiert und aufs Korn genommen, sprachlich eine Wohltat. Ich mags. Sehr!

 

2 Kommentare zu „[Lesemonat] Juli 2017“

  1. Hey!
    Ein schöner Lesemonat!
    Magonia werde ich auch demnächst hoffentlich mal lesen, mal schauen, wie es mir dann gefällt. Ich glaube, die Meinungen gehen da sehr auseinander.
    THUG steht auf meiner August-Leseliste, auf Englisch 🙂

    Liebe Grüße,
    Nicci

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