[Rezension] „From Hopper to Rothko. America’s Road to Modern Art“ |Dr. Ortrud Westheider (Hrsg.), Michael Philipp (Hrsg.)

Es ist mal wieder an der Zeit für ein wenig Kunst hier auf dem Blog, oder? „From Hopper to Rothko. America’s Road to Modern Art“ aus dem Prestel Verlag widmet sich amerikanischer moderner Kunst (klingt irgendwie merkwürdig auf Deutsch, also besser: American Modern Art) der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die erstaunlicherweise noch relativ unbekannt in Europa ist. Klar, von Edward Hopper und Mark Rothko hat man sicher schon mal irgendwann etwas gehört, aber was ist zum Beispiel mit Milton Avery, Marsden Hartley, Georgia O’Keeffe oder John Sloan?

fullsizerender1.jpg

Dem Kunstsammler und Mäzen Duncan Phillips ist es zu verdanken, dass 1921 das erste Museum für Moderne Kunst in den USA eröffnet werden konnte (noch vor dem allseits bekannten Museum of Modern Art in 1929). Nämlich in seinem eigenen Haus. Später wird das gesamte Wohnhaus zum Museum werden und als solches (meines Wissens nach) auch heute noch dienen. Die Sammlung der sogenannten „Phillips Collection“ beherbergt und verdeutlicht die Entwicklung der amerikanischen Malerei der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts mittels drei dominierender Themengebiete: Landschaften, Portraits und Stadtbilder. Aktuell kooperiert die Phillips Collection mit dem Museum Barberini Potsdam und zeigt vom 17. Juni bis 03. Oktober 2017 ausgewählte Werke. Wer sich diese (wie ich) leider nicht persönlich anschauen kann, der freut sich vielleicht über das thematisch begleitende Buch hierzu.

In „From Hopper to Rothko. America’s Road to Modern Art“ findet sich neben bebilderten Essays von Susan Behrends Frank, Miriam Häßler, Alexia Pooth, Susanne Scharf, Corinna Thierolf, Ortrud Westheider und Sylvia Yount allerhand Wissenswertes über Duncan Phillips und die Phillips Collection sowie je kurze Künstlerbiografien zu den einzeln genannten Künstlern am Ende des Bandes. Die Essays behandeln chronologisch die Entwicklung und Veränderung der American Modern Art von Anfang des 20. Jahrhunderts bis nach dem 2. Weltkrieg. Von Portrait-Malerei, über den Einfluss des Impressionismus aus Frankreich, die Werke Marsden Hartleys, der psychologisch-innerlichen Städtebetrachtung Edward Hoppers, die abstrakten Landschaftsbilder Arthur Doves und Georgia O’Keeffes bis hin zur abstrakten Malerei z.B. Mark Rothkos (und mehr!). Ausstellung und Buch zeigen nicht nur die verschiedenen Künstler und Kunstwerke, sondern vielmehr noch auch eine gesellschaftliche, kulturelle und künstlerische Entwicklung Amerikas.

Alle Essays sowie Vorwort und bibliographische Angaben sind auf Englisch verfasst. Es sollte aber sprachlich aufgrund der vielen Bildbeispiele kaum ein Problem geben. Inhaltlich sind die Essays knapp und nüchtern, aber gut verständlich und sinnvoll aufgebaut verfasst. Genau deswegen finde ich „From Hopper to Rothko. Americas’s Road to Modern Art“ äußerst gelungen. Ob nun aus Interesse an American Modern Art bis 1945 oder als Ausstellungskatalog ist dieser Band nicht nur ansehens- sondern vor allem auch lesenswert und informativ!

Prestel Verlag | 248 S. | 219 farbige Abbildungen | ISBN: 978-3-7913-5693-8

1 Kommentar zu „[Rezension] „From Hopper to Rothko. America’s Road to Modern Art“ |Dr. Ortrud Westheider (Hrsg.), Michael Philipp (Hrsg.)“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s