[Rezension] „Das Original“ | John Grisham

Bücher von John Grisham haben mich bisher nie so angelacht. Ich weiß auch nicht genau warum, aber vielleicht hatte ich immer das Bild von älteren, bärtigen und meistens beanzugten Männern vor Augen (Klischee!) und dachte mir daher: das ist nix für mich! Als ich dann aber gelesen habe, dass es sich bei seinem neuesten Roman um gestohlene Fitzgerald-Manuskripte handelt, bin ich sofort hellhörig geworden. FITZGERALD? F. SCOTT FITZGERALD? Ja, gut, das muss ich dann wohl lesen!

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In „Das Original“ von John Grisham stehlen fünf gewiefte Verbrecher in einem gemeinsamen Coup die handgeschriebenen Manuskripte von F. Scott Fitzgerald aus der Bibliothek der Princeton Universität. Einige der Beteiligten werden wenige Tage nach der Tat gefasst, die anderen bleiben unauffindbar – ebenso die Manuskripte. Eine Spur führt zu Bruce Cable, einem Buchladenbesitzer und leidenschaftlichen Sammler alter Manuskripte und Erstausgaben auf Camino Island in Florida. Sowohl das FBI als auch das Versicherungsunternehmen der Uni wollen ihm eine Falle stellen und ordern dazu Mercer Mann an, eine Autorin, die früher auf der Insel viel Zeit verbracht hat und die ihm so als „Alteingesessene“ ein bisschen aufs Zahnfleisch fühlen soll. Es gelingt ihr tatsächlich, sich bei Bruce einzuschmeicheln, doch haben weder sie, noch das FBI, noch das Versicherungsunternehmen mit Cables ganz eigenen Ideen gerechnet…

John Grisham ist ein begnadeter Erzähler. Die Geschichte kommt schnell in Gang, ist detailreich und klug ausgedacht. Er beleuchtet das Geschehen aus immer wieder anderen Blickwinkeln heraus, sodass man als Leser über alles Bescheid weiß, aber doch nicht im Einzelnen über den tatsächlichen Hergang (so bleibt es spannend)! Besonders gut haben mir die Passagen über den Literaturbetrieb gefallen, also alles, was auf Camino Island spielt. Grisham macht sich ein wenig über diesen lustig, indem er ganz leise den Kapitalismus anprangert sowie schrullige, witzige und scharfsinnige Autorenfiguren kreiert, was natürlich vor allem für Buchbegeisterte wie mich ein Spaß zu lesen ist. Auch bringt er immer wieder ein wenig aus Fitzgeralds Leben (Fiktives wie Reales) mit ein. Wäre dieser Teil nicht, kann ich nicht genau sagen, ob mir das Buch ebenso viel Freude zu lesen gemacht hätte, wahrscheinlich hätte mir dann etwas gefehlt, aber so ist es ein wunderbarer Roman für zwischendurch, der absolut Spaß macht zu lesen und der bis zum Schluss die Spannung bewahrt.

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Aus dem Amerikanischen von Kristiana Dorn-Ruhl, Bea Reiter und Imke Walsh-Araya – Heyne Verlag – 368 S. – ISBN: 978-3-453-27153-1

3 Kommentare zu „[Rezension] „Das Original“ | John Grisham“

  1. Hallo 🙂

    Ich wollte noch so viele Grisham-Romane lesen und komm einfach nicht dazu! Dabei hat meiner Mutter einige davon im Regal stehen. Aber der Name Fitzgerald hat auch mich aufmerksam auf den Roman gemacht 😀

    Hast du schon „Die Jury“ gelesen? Das Buch fand ich wirklich richtig gut!

    Liebe Grüße, Pia!

    Gefällt 1 Person

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