[Rezension] „Frida. Ein Leben zwischen Kunst und Liebe“ |Vanna Vinci

Frida Kahlo ist für mich mit eine der inspirierendsten Künstlerinnen überhaupt. Ihr Leben, ihr Leiden, ihre Kunst bilden eine Einheit, die sich mehr als eindrucksvoll in ihren Werken wiederspiegelt. „Frida. Ein Leben zwischen Kunst und Liebe“ von Vanna Vinci verarbeitet Frida Kahlos bewegte Biografie nicht etwa staubtrocken, sondern farbenfroh, schillernd und wunderbar in einem Comic. Nie hätte ich gedacht, dass das funktioniert.

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„Frida. Ein Leben zwischen Kunst und Liebe“ ist ein Comic (oder eine Graphic Novel?), in dem liebevoll und detailgetreu Frida Kahlos Leben nachgezeichnet wird. Frida Kahlo war Zeit ihres Lebens sehr krank und musste viel Leid ertragen. Sie war aber gleichzeitig ein äußerst mutiger, lebensfroher und starker Mensch, wenn sie auch oft mit dem Tod tanzte (wenn man das so sagen kann). Es ist so eine Art Hassliebe oder auch Akzeptanz mit einem leichten Hang ins Morbide, wie ihn wohl viele nachvollziehen können, die mit starker Krankheit bei sich oder anderen, ihnen nahestehenden Personen konfrontiert werden. Darum beginnt der Comic auch mit einem Gespräch zwischen Frida und dem Tod, in dem sie ihm fortwährend durch das ganze Buch hindurch ihre Geschichte erzählt. Im Fokus dabei ihr Unfall, ihre großen Lieben (vor allem die eine ganz große zu Diego Rivera), ihre Affären und auch das Scheitern, ihre Kunst in allen Facetten, ihr gesellschaftliches sowie politisches Ansinnen und ganz viel bewundernswerte Starrsinnigkeit und Mut. Man erfährt viel über Frida, auch kleine Details – und taucht tief in ihre Gedankenwelt ein.

Es ist wunderbar, wie Vanna Vinci die Kunstwerke Frida Kahlos mit in den Comic einbaut und so die original Bilder quasi in neuem Glanz erstrahlen lässt und gleichzeitig die Geschichte der einzelnen Bilder nacherzählt. Briefe, die Frida geschrieben hat, werden – nicht originalgetreu, aber in Teilen – wiedergegeben und generell merkt man: hier hat sich die Autorin und Illustratorin nicht nur viel Mühe gegeben, sondern auch wirklich ernsthaft mit Fridas Leben auseinandergesetzt. Man könnte jetzt argumentieren, dass einiges zu kurz kommt, dass es sprachlich nicht ganz ausgereift ist (was will man nun aber in so kleine Sprechblasen quetschen?) oder, dass es doch sehr viel um Liebe und Sex geht. Ja, nun, so war aber nun mal Frida Kahlos Leben. Sie war aufgeschlossen, sehr offen und kampfeslustig. Daher bin ich vollauf begeistert von diesem Comic, der mit so viel Detailliebe das Leben einer Künstlerin nachzeichnet, die es verdient hat, niemals vergessen zu werden.

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Übersetzung: Christine Schnappinger | Prestel Verlag | 160 S., durchgehend farbig illustriert | ISBN: 978-3-7913-8387-3

2 Kommentare zu „[Rezension] „Frida. Ein Leben zwischen Kunst und Liebe“ |Vanna Vinci“

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