[Nachgedacht] Bundestagswahl 2017

Die Wahlergebnisse des letzten Sonntags, der Bundestagswahl 2017, liegen mir noch immer sehr schwer im Magen. Es ist nicht so, dass ich mit einem solchen Ergebnis nicht gerechnet oder es mich gar überrascht hätte. In der letzten Zeit war ein Trend in Richtung rechte Parteien deutlich abzusehen und auch gesellschaftlich zu spüren, aber dies alles so schwarz auf weiß beschlossen und endgültig zu sehen, war dann doch ein Schock. In der Nacht von Sonntag auf Montag machte ich kaum ein Auge zu und wusste auch am Montag noch nicht so recht, was tun oder wohin mit meiner Frustration. Mein erster Gedanke war – wie so oft –Flucht nach vorn in Bücher, weshalb ich mir noch Sonntagnacht „Gegen den Hass“ von Carolin Emcke bei der bpb ( http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/241996/gegen-den-hass) bestellte. (Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, war ich damit nicht allein. Das könnte lustig sein, wenn es nicht so traurig wäre.) Der zweite Gedanke: Humor. Ich blieb Montag mehr oder weniger frustriert und unmotiviert daheim, weil ich zum Glück keine Termine und andere Verpflichtungen hatte, und gönnte mir einen Rundumschlag aus heute-show, Neo Magazin Royale und sämtlichen ähnlichen Satiremagazinen sowie dazugehörigen Twitter-Kanälen. Das lässt mich zumindest mal kurz auflachen, auch wenn es eigentlich aktuell nicht viel zu lachen gibt. Nun aber bitte auf keinen Fall die Kommentare unter den Sendungen oder ganz besonders den Tweets lesen, sonst bleibt einem das Lachen ganz schnell wieder im Halse stecken!

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Das alles hilft natürlich nur begrenzt. Was ich jetzt wichtig finde, ist sich zu engagieren. Ob politisch, indem man einer Partei (nun, nicht unbedingt einer rechts gesinnten – das ist wohl hoffentlich klar) beitritt und/oder indem man sich ehrenamtlich engagiert, ganz egal, Hauptsache, man wird aktiv. Das schlimmste, was man jetzt machen kann, ist komplett in Politikverdruss zu versinken. Ich kann natürlich nur von mir selbst sprechen, aber mir hilft es, wenn ich weiterhin das politische Geschehen verfolge, zwischendurch zur Erholung auch gerne satirisch, und wirklich aktiv zu sein und nicht bloß zu schreiben: #fckafd. Das glaube ich, hat wohl den wenigsten Erfolg.

Was wir weiterhin tun müssen, ist uns für demokratische Werte stark zu machen und zu beweisen, dass dies alles noch immer von Belang ist und somit nicht hasserfüllt, aber bestimmend rechten Parteien den Wind aus den Segeln zu nehmen. Damit sich in vier Jahren das Wahlergebnis nicht wiederholt oder gar noch katastrophaler ausfällt. Noch ist Zeit etwas zu ändern und es liegt an uns selbst, dies in die Hand zu nehmen. Also: werdet aktiv (das muss ja gar nicht viel sein), aber tut etwas! Der Eintritt in eine Partei kostet ein paar Euro pro Monat und eine ehrenamtliche Tätigkeit findet ihr übers Internet recht schnell, zum Beispiel über die Diakonie, das sind in der Woche vielleicht 1,5 bis 3 Stunden, z.B. Hausaufgabenbetreuung – für einen äußerst guten Zweck! (Ich finde das ziemlich toll!) Wer keine finanziellen Mittel zur Verfügung hat und/oder keine Zeit, der muss nicht den Kopf in den Sand stecken. Es gibt sicher noch viele Möglichkeiten, politisch und sozial-gesellschaftlich aktiv zu sein. Und wenn gar nichts hilft, Bücher helfen immer!

Auch lesenswert: https://liesdochmaleinbuch.wordpress.com/2017/09/28/ich-will-keine-nazis-boxen/

 

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