[Rezension] „Das Wunder der wilden Insel“ | Peter Brown

Oha, jetzt liest sie auch noch Kinderbücher. Ich könnte mich jetzt damit „verteidigen“, dass ich generell keinem Genre komplett abgeneigt bin (ok, bis auf totalen Kitsch und Horror) und/oder, dass ich ein Buch suche, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen zugänglich gemacht werden kann und somit perfekt zum Vorlesen geeignet ist. Allerdings ist es so, dass mich „Das Wunder der wilden Insel“ einfach sofort hatte. Ich sah das Cover und dachte mir, nunja, ich dachte gar nicht, ich wollte nur noch lesen und in den wunderbaren Illustrationen versinken.

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Auf dem Cover dieses Buches von Peter Brown, das für Kinder ab 10 Jahren empfohlen wird, befindet sich ein kleiner, minimalistisch gehaltener Roboter mit ausdrucksstarken Augen (man sieht nämlich nur diese von seinem Gesicht, sonst nichts) auf einem steinigen Hügel. Im Hintergrund ein dichter Wald, davor ein Fluss. Es sind genau die Augen – eigentlich nur zwei dicke Kreise -, die mich dazu bewegt haben, das Buch lesen zu wollen. Sie wecken in mir eine Art Beschützerinstinkt und gleichzeitig Neugier. Was macht ein Roboter (wie sich später herausstellen wird: ein Robotermädchen) auf einem Berg aus Steinen?! Mitten in einem Wald?! Alleine?! Nun, genau dies werden wir in der Geschichte erfahren. Unsere Protagonistin, das Robotermädchen Roz, landet unter widrigen Umständen auf einer einsamen Insel. Sie weiß weder wie sie dort hingekommen ist, noch warum – und Roz hat so gar keine Ahnung vom Leben auf einer Insel, umgeben von Gefahren und unbekannten Dingen sowie Tieren, die sie für ein Monster halten! Doch Roz ist ein starkes Mädchen. Nach einigen Rückschlägen lernt sie, sich anzupassen, die Sprache der Tiere zu lernen, wird Mama eines hilflosen Gänsekükens, baut mithilfe der Biber ein Haus und, und, und. Die Tiere der Insel erkennen, das Roz kein Ungeheuer ist und fassen langsam Vertrauen. Doch dann braucht Roz selbst Hilfe…

„Das Wunder der wilden Insel“ ist eine warmherzige Geschichte über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und das „Anderssein“, die nicht nur für Kinder geeignet, aber doch kindgerecht ist. Ich hatte jede Menge Freude an Roz und den vielen, recht eigensinnigen, aber liebenswürdigen Tieren der Insel, die alle ganz wunderbar gezeichnet sind – und das im doppelten Wortsinn! Peter Browns Illustrationen gehen mitten ins Herz, sie sind so liebevoll, detailreich, dabei aber nicht zu ausgeschmückt, dass man stundenlang durch das Buch blättern möchte. Seine Zeichnungen sind relativ minimalistisch gehalten, was mir besonders gut gefällt, so wirkt die Geschichte nicht zu überladen. Ebenso der Inhalt, welcher in 80 kurze Kapitel unterteilt perfekt zum Vorlesen und Wegträumen geeignet ist! Die Sprache ist dabei relativ einfach und verständlich gehalten, aber keineswegs stumpf und gibt immer wieder Denkanstöße. Was ich ebenfalls gerne noch hervorheben möchte ist der Kontrast von Natur und Technik, der in unserer schnelllebigen, von technischen Geräten (und Robotern!) durchdrungenen Welt umso aktueller ist. Peter Brown zeigt hier Schwierigkeiten und Lösungen auf, die zwar – klar – nicht ganz so ernst zu nehmen sind, aber doch das gewisse Etwas haben.

Roz und die ganze wundersame Welt der wilden Insel sind mir schrecklich (im positiven Sinne) ans Herz gewachsen und ich freue mich schon sehr darauf, diese Geschichte bald mit jüngeren Leser|innen teilen zu dürfen!

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Aus dem Amerikanischen von Uwe-Michael Gutzschhahn | cbt Verlag | 288 Seiten mit s/w Illustrationen | ISBN: 978-3-570-16483-9

4 Kommentare zu „[Rezension] „Das Wunder der wilden Insel“ | Peter Brown“

  1. Ach wie schön. Ich finde es eigentlich total cool, dass du auch Kinderbücher liest. Ich habe das früher irgendwie auch öfter gemacht, aber mittlerweile habe ich darauf immer weniger Lust, obwohl die Geschichten meistens total schön sind und so eine magische Atmosphäre für mich kreieren, weil man sich einfach in Kindheitstage zurückversetzt fühlt.

    Gefällt 2 Personen

    1. Es kommt immer ein wenig auf die Geschichte drauf an. Alles kann ich auch nicht lesen, aber ab und zu finde ich das wirklich sehr schön. Wie du schon schreibst, sie rufen so eine besondere Stimmung hervor! Vor allem, weil in Kinderbüchern ja oft so doch viel mehr steckt, als man vielleicht vermuten würde! 🙂

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