[Rezension] „Der Bruder des Wolfs. Die Chronik der Weitseher 2“ | Robin Hobb

„Der Bruder des Wolfs“ ist der zweite Teil der Weitseher-Chroniken von Robin Hobb, welcher bereits unter dem Titel „Des Königs Meuchelmörder“ bei Bastei-Lübbe und als „Der Schattenbote“ im Heyne-Verlag erschienen ist. Über die Gründe einer Neuauflage, die der Optik der berühmten Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ (vielen eher bekannt als „Game of Thrones“) von George R.R. Martin sehr ähnelt, habe ich bereits in meiner Buchbesprechung zum ersten Band der Reihe berichtet und möchte an dieser Stelle darauf verzichten. Wer mag, kann dies aber sehr gerne hier nachlesen.

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Ich habe hin und her überlegt, wie ich meine Gedanken zu diesem Buch mitteilen kann, ohne eventuell enorm zu spoilern und bin zu dem Schluss gekommen, dass es so gut wie unmöglich ist, sobald ich mich auch nur ein wenig zum Inhalt äußere. Von daher also: Achtung, folgender Text könnte (!) ganz eventuell (!) Spuren von Spoilern enthalten! (Ich bemühe mich aber, dies weitestgehend zu vermeiden bzw. so kurz wie irgend möglich zu fassen.)

Fitz Chivalric ist wieder zurück am Hof des Königs. Gesundheitlich angeschlagen muss er feststellen, dass dies nicht die letzte Intrige gewesen sein wird, in der er eine zentrale Rolle spielt. Seinem eigenen Onkel, Prinz Edel, ein Dorn im Auge, will er sich gegen diesen auflehnen, wird aber von König Listenreich gestoppt und muss beinahe hilflos mitansehen, wie sein Onkel auch gegen diesen versucht zu intrigieren. Gemeinsam mit Prinzessin Philia und Kettricken bemüht sich Fitz gegen Prinz Edels Machtergreifung anzugehen und sieht sich gezwungen, einen beinahe aussichtslosen Plan zu verfolgen, ohne dabei zu wissen, dass sein Schicksal längst besiegelt zu sein scheint.

Der vorliegende Band „Der Bruder des Wolf“ reiht sich nahtlos an den Vorgänger „Die Gabe der Könige“ ein. Es fällt überhaupt nicht schwer, erneut in die Geschichte einzutauchen und beinahe sofort ist man angekommen, in dieser ganz eigenen Welt, die sogleich fantastisch wie atemberaubend ist und eine gute Mischung aus Fantasy und Historie bietet. Hobb behält die Ich-Erzählweise bei, welche dem|der Leser|in einen ganz besonderen Blick auf die Geschichte bietet und hat weiterhin die Entwicklung der Charaktere im Fokus, was ich besonders schätze. Daneben bleibt es dennoch spannend, da sich viele unterschiedliche Handlungsstränge auftun, die alle gleichsam miteinander verstrickt sind. Überdies ist es besonders interessant, die Entwicklung von Fitz mitzuverfolgen, wobei natürlich eine zarte Liebesgeschichte nicht fehlen darf (keine Sorge, es bleibt kitschfrei). Es wird wirklich nicht langweilig, in diesem fast 900 Seiten umfassenden … eh, ja… Wälzer, wenn ich auch zugeben muss, dass die Autorin meiner Meinung nach so manche Passagen ein klein wenig kürzer hätte fassen können. Andererseits kann man so schön in die Geschichte eintauchen, dass sich diese Vielzahl an Seiten schnell weglesen, auch wenn ab und an mal ein wenig weit ausgeholt wird.

Bei diesem Buch handelt es sich um klassische, gut erzählte Fantasyliteratur, die ganz nach meinem Geschmack ist. Intrigen werden gesponnen, es gibt einen – oder mehrere – „Bösewichte“, gegen die man nicht so richtig ankommt, es kommt zu überraschenden Wendungen, obwohl die eigentliche Handlung klar ersichtlich zu sein scheint, es werden Figuren gezeichnet, denen man sich nahe fühlen kann, mit denen man mitfiebert, während auf der anderen Seite antagonistische Figuren skizziert sind und – für mich ganz wichtig – die Autorin bleibt sich selbst und ihrer Geschichte treu, versucht nicht irgendwelche haarsträubenden Dinge aus dem Hut zu ziehen, um die Story einfallsreicher wirken zu lassen, womit sie letztlich dem Roman nur schaden würde.

Mir bereitet es wirklich viel Freude, in diese Welt einzutauchen, weshalb ich die Bücher guten Gewissens all jenen empfehlen mag, die mal wieder Lust auf gute, klassisch aufgebaute (aber keineswegs langweilige) Fantasyliteratur haben.

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Aus dem Amerikanischen von Eva Bauche-Eppers | Penhaligon | 896 S. | ISBN: 978-3-7645-3184-3

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