[Nachgedacht] über diese ach-so-besinnliche Weihnachtszeit

Oh, du besinnliche Weihnachtszeit. Jedes Jahr zu Weihnachten frage ich mich, warum sind Menschen so? Ellenbogen ausgefahren, stur geradeaus, meckernd über zu langsame Verkäufer*innen, nicht passendes Geschenkpapier und generell, muss das ja alles perfekt sein, weil unperfekt geht gar nicht. Ist ja Weihnachten. Eh, genau, Weihnachten. Das Fest der (Nächsten)liebe. Aber irgendwie scheint es, als sei das ein wenig aus der Mode gekommen. Denn um andere zu lieben, muss man auch erst einmal sich selbst lieben oder zumindest mögen und ja, das ist nicht immer einfach. Gerade zu Weihnachten steigt die Erwartungshaltung an sich selbst und andere. Das Zuhause weihnachtlich dekorieren, Plätzchen backen, Weihnachtsfeier hier, Weihnachtsfeier da, Weihnachtsessen planen, Geschenke kaufen, Geschenke basteln, alles schön verpacken (…) und oha, schon ist der Stress vorprogrammiert und die Erwartungshaltung explodiert.

Die Sache ist die: man kann und muss nicht immer alles schaffen. Das ist eben das Leben, dass da immer mal was dazwischenfunkt. Arbeit, Krankheit oder auch einfach das sehr gut nachvollziehbare: ich brauche eine Pause. Und, wieso auch nicht? Viel wichtiger ist es doch, einfach beisammen zu sein (oder auch mal alleine sein zu dürfen), eine schöne Zeit zu haben, mal kurz die Sorgen vergessen zu können (und sich nicht noch mehr Sorgen machen zu müssen). Es folgen also ein paar Tipps, um gut durch die Weihnachtszeit zu kommen, ohne sich verrückt zu machen.

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  • Das mit den Geschenken einfach mal beiseiteschieben, es gibt so viel Wichtigeres.
  • Welt aus, Buch an. Gerne auch mal einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt absagen, wenn man merkt: das wird zu viel.
  • Nicht.Stressen.Lassen. Und stattdessen Schöne Bescherung und Verrückte Weihnachten schauen. Der Grinch, Santa Clause, Kevin allein zu Haus, Versprochen ist Versprochen und Tatsächlich Liebe wären auch noch so eine Option. (Oder Stirb Langsam, für die ganz harten Fälle.)
  • Man muss nicht auf jede Weihnachtsfeier. Echt nicht.
  • Plätzchen und Stollen backen statt den Samstag im Einkaufsgewimmel zu verbringen.
  • Verkäufer*innen und Post/Paketbot*innen lieber anlächeln als grummelig zu sein, auch wenn die Post gerade länger dauert und man eine halbe Stunde in der Schlange steht. Sie machen auch nur ihren Job und haben genauso Sorgen, Ängste, Kummer und mal einen schlechten Tag wie jeder andere auch.
  • Ehrenamtlich tätig sein, z.B. Kindern in der Stadtbücherei vorlesen.
  • Weihnachtskarten an Freunde schreiben, mit denen man über das Jahr weniger zu tun hatte.
  • Einen krummen Weihnachtsbaum adoptieren, an dem man mindestens genauso viel Freude hat wie an einem perfekt gewachsenen.
  • Essen für die Tafel und Tiernahrung für das örtliche Tierheim spenden.
  • Mit jemandem telefonieren, mit dem man schon länger nicht mehr gesprochen hat, das aber schon längst mal wieder hätte tun wollen.
  • Eine Weihnachtsgeschichte lesen.
  • Sich bewusstmachen, worum es um Weihnachten eigentlich geht und Konsum sowie Perfektionswahn möglichst streichen (wer hier streicheln liest, das ist auch gut).

Das sind nun wirklich keine besonders einfallsreichen Tipps, aber manchmal, da muss man sich selbst vielleicht noch einmal daran erinnern, was wirklich wichtig ist. Die Familie, Freunde, Beisammensein und dass es einem mit dem, was man tut, gut geht.