[Rückblick] Jahreslesehighlights 2017

Und wieder geht ein Jahr. Kein Grund traurig zu sein, sondern vielmehr ein Grund der Freude. Nämlich auf jede Menge neue Leseabenteuer und gute Bücher. Heute aber erstmal meine Highlights im Buchformat 2017. (Auch wenn das immer so eine Sache ist, mit dem Benennen von Lieblingsbüchern. Ich tue mich da sehr schwer – und bin damit sicher nicht alleine.)

img_1898.jpg

„Das Rauschen in unseren Köpfen“ – Svenja Gräfen

Das erste Buch, das mich dieses Jahr hat weinen lassen und mich sprachlos (angesichts der Tatsache, dass deutsche Wörter manchmal doch wie Magie klingen können) sowie gleichzeitig unfassbar glücklich gemacht hat. Dieses Buch hat mich alles fühlen lassen, einmal durchgewirbelt und am Ende hat es mir jede Menge gegeben.

„Ellbogen“ – Fatma Aydemir

Dieses Buch habe ich wie im Sog gelesen. Ein Hieb mit dem Ellbogen, dahin, wo es richtig wehtut. Eine Bestandsaufnahme und Kritik an unserer Ellbogengesellschaft, dem Egoismus, der Rücksichtslosigkeit und der Gewalt (der physischen wie der psychischen) anderen gegenüber, die scheinbar überhand zu nehmen scheint. Ein Identitätskampf, wie ihn sicherlich viele mit sich ausfechten müssen, aber keine|r schreibt so ehrlich, kraftvoll, mutig und aufrüttelnd darüber wie Fatma Aydemir.

„So, und jetzt kommst du“ – Arno Frank

Ein ruhiges, unaufgeregtes Buch voller Tragik und Komik. Ein Roadmovie im Buchformat, eine Familie, die auseinanderfällt und doch an sich festhält. Ich mochte es so gerne und kann gar nicht genau benennen, wieso eigentlich. Ich mochte es einfach, es hat mich berührt, es hat Emotionen in mir aufkommen lassen und ich war traurig, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte. Traurig, weil es keine weitere mehr geben würde. Gründe genug, um es als Highlight zu bezeichnen.

„Vom Ende an“ – Megan Hunter

Ein schmales Büchlein, mit enormer Wirkkraft. Die Apokalypse mal etwas anders erzählt. Es wirft Fragen auf, die essentiell sind. Es spricht Dinge an, die vielleicht bis jetzt nur in uns schlummerten. Es beschreibt eine Zukunft, die düster und doch hoffnungsvoll ist. Denn, wo ein Ende ist, ist auch ein Anfang. Und hier bleibt am Ende etwas Unbeschreibbares, etwas Ungreifbares, das einen weiter nachdenken und nicht mehr loslassen wird.

„Die zwölf Leben des Samuel Hawley“ – Hannah Tinti

Ein atmosphärisch spannender Roman voll wunderbarer Erzählkraft. Ich hatte nicht viel erwartet, mochte dieses Buch daher überraschenderweise sehr gerne. Es ist so eine Wegschmöker-Geschichte (knapp 600 Seiten bieten sich da auch perfekt an) und ich kann ehrlich nicht genau sagen, was ich an dem Buch so mochte. Ich mochte es. Richtig, richtig gerne. Ich mochte, wie die Beziehung zwischen Vater und Tochter aufgearbeitet wird und vor allem, wie sich nach und nach die ganze Hintergrundgeschichte aufdröselt – in die zwölf Leben des Samuel Hawley eben. Gleichzeitig bricht und kittet dieses Buch einem das Herz. Ja, definitiv ein Highlight.

„Frida. Ein Leben zwischen Kunst und Liebe“ – Vanna Vinci

Kunst über Kunst. Kunst über Kunst der Frida Kahlo. Kann das gut werden? Ja! Ein Comic, der sich mit dem Leben, der Kunst und der Liebe der von mir sehr bewunderten Frida Kahlo beschäftigt. Sprachlich, naja – es ist eben kein Roman, aber alles andere begeistert und macht dieses Buch daher zu einem wohlverdienten Highlight.

„Schwimmen“ – Sina Pousset

„Schwimmen“ ist dieses eine spezielle Buch, welches einen nachts wachhält und Seite um Seite gebannt umblättern lässt, in der Hoffnung, es möge nie ausgelesen sein. Ein durch und durch bewegender, feinfühliger Roman über Liebe, Freundschaft, Verlust und diesem Ding, das man Erwachsenwerden nennt. Voll Sprachschönheit, die einen wünschen lässt, man dürfe ewig in diesem Buch, dieser Sprache verweilen.

„Das Alphabet meiner Familie“ – Nina Sahm

Ein Buch über Identitätsfindung, der Suche nach der eigenen Familie und den Fragen nach dem: wer bin ich?; was will ich? – und – wo will ich hin?. Unfassbar klug, charmant, mit Liebe fürs Detail und so geschrieben, dass einem ganz warm ums Herz wird. Nebenbei mag man auch unbedingt mal die Zwiebel probieren, die nach Apfel schmeckt. Ach, so ein schönes Buch! Lest das mal, bitte, ihr bereut es nicht!

„Dann schlaf auch du“ – Leïla Slimani

Dieses Buch kommt so unscheinbar daher und dann haut es einem den Boden unter den Füßen weg. Eingebettet in eine relativ bekannte Story findet sich ein Psychothriller, den man gar nicht mehr aus der Hand legen kann und mag. Neben der Geschichte ist es vor allem der Erzählstil, der die Spannung ausmacht. Was geschehen ist, weiß man von Seite eins an, aber wie genau es dazu gekommen ist, das erfahren wir Schritt für Schritt oder vielleicht auch gar nicht, denn, wie gut kennt man eigentlich einen Menschen und wem kann man noch trauen? Ein düsteres Buch, das einen komplett gefangen nimmt und daher verdient in den Highlights.

Und jetzt wünsche ich euch noch schnell einen schönen Start ins neue Lesejahr, bevor es mich ins nächste Buch zieht. (Hashtag Silvesterlesen nach der lieben Sarah alias Pinkfisch!)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s