Graphic Novels? Graphic Novels!

Seitdem ich vor ein paar Monaten gemerkt habe (ja, always late to the party!), dass es da so, so viel zu entdecken gibt, bin ich kaum zu stoppen. Was ich vor der ersten – und vielleicht auch zweiten – Lektüre gedacht habe: „Och, das hab ich ja in kürzester Zeit gelesen“, stimmt mal so gar nicht. Ich kann mich stundenlang auf einzelnen Seiten festhalten und stolpere dabei immer wieder über überraschende Details.

Wer in die Thematik neu oder wieder einsteigen möchte, dem mag ich die folgenden besonders ans Herz legen: anne_frank_das_graphicdiary.jpg‘Das Tagebuch der Anne Frank’ als Graphic Diary umgesetzt von Ari Folman & David Polonsky. Es hat meine Graphic Novel Begeisterung entfacht und ist so gut, dass ich jetzt um Worte ringe. Hier harmonieren Bild & Text ganz wunderbar und ich bin erstaunt, wie sorgfältig und umsichtig Folman und Polonsky mit dem Originaltext umgehen, sodass nicht nur der Text nicht an Bedeutung verliert, sondern sogar noch neue Ebenen aufgezeigt werden.

7d0a9_satrapi_persepolis_cover Es gibt aber noch so viel mehr erstaunlich gute Graphic Novels (ohne die man tatsächlich ganz schön was verpasst). ‘Persepolis’ von Marjane Satrapi zum Beispiel, in der die Autorin & Illustratorin von ihrer Kindheit & Jugend im Iran erzählt und dabei ehrlich und humorvoll mit einer ganzen Menge an Vorurteilen abrechnet. Es ist so klug geschrieben und klar gezeichnet, dass man immer wieder darin blättern möchte. Außerdem ist es ein Augenöffner, von dem ich mir wünschen würde, dass möglichst viele einen Blick hineinwerfen, um ihre Sichtweise, wenn nicht eh schon, zu überdenken und zu ändern.

 

MausAuch ‘Maus’ von Art Spiegelman, der darin die Holocaust-Erlebnisse seines Vaters verarbeitet & gleichzeitig die schwierige Beziehung zwischen ihnen beiden thematisiert, gehört sozusagen zu den Must-Reads. (Wobei müssen ja wieder so einen Zwang ausübt und das will ich niemandem vermitteln, aber vielleicht möchte ich euch bitten es zu lesen, wenn nicht schon geschehen, denn es ist so, so großartig!) Der Comic ist als eine Art Fabel konzipiert, in der Juden als Mäuse, Deutsche als Katzen, US-Amerikaner als Hunde, Polen als Schweine, Franzosen als Frösche usw. dargestellt werden. Versucht ein Charakter seine Identität zu verschleiern, kleidet ihn eine Maske. Auch wenn mich die Geschichte weniger gefesselt hat, als ich erwartet habe (was glaube ich auch an der Übersetzung liegen könnte, die zwar gut gemacht ist, aber eben den Originalton inkl. sprachlicher Eigenheiten nicht exakt wiedergeben kann) so ist alleine schon die Idee, einen Comic über den Holocaust als Fabel zu zeichnen, um zugleich aus sehr verständlichem Selbstschutz Distanz vor der eigenen Familiengeschichte zu wahren, aber auch zu mahnen, … ja, ziemlich genial, wenn man das so sagen kann.

Für diejenigen, die es interessiert, wird es hier demächst also wahrscheinich häufiger Eindrücke zu einzelnen von mir gelesenen Graphic Novels geben, denn ich finde, ihnen gehört noch viel mehr Beachtung geschenkt. Gerade für Leser*innen, denen es aus unterschiedlichen Gründen schwer fällt, sich zum Lesen zu motivieren, bietet dieses Genre eine Vielfalt an Welten, die es zu entdecken gilt.

Die Rechte an den abgebildeten Covern liegen bei den jeweiligen Verlagen!

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1 Kommentar zu „Graphic Novels? Graphic Novels!“

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