Hans Fallada | Im Rausch des Schreibens

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(Bildquelle: hier)

Seitdem ich begonnen habe, Hans Falladas Bücher zu lesen, bin auch ich in so einer Art Rausch. Das Wort klingt in meinem Fall wohl ein wenig überzogen, wobei… nein, ich bin schlichtweg rauschartig fasziniert. Fasziniert von den Worten, aus denen Fallada da eine Geschichte nach der anderen gezaubert hat und aus denen so viel Wahrheit spricht.

Wenn mich Bücher derart einnehmen, dann möchte ich mehr. Nicht nur mehr Bücher, sondern Hintergrundwissen. Was, wieso, weshalb? Spätestens nachdem ich las, dass Fallada seinen letzten Roman „Jeder stirbt für sich allein“ innerhalb von 4 Wochen niederschrieb, wurde dieser innere Drang nach Wissen aktiviert. Wer war dieser Mensch? Wie konnte er so genau die Welt, besonders die „der kleinen Leute“ beschreiben? Sehr wahrscheinlich erzähle ich den meisten nichts Neues, aber ich muss das für mich selbst aufschreiben: Fallada hatte ein Leben wie seine Bücher.

Hans Fallada, geboren als Rudolf Ditzen, zeigte bereits als Kind ein auffälliges, von Psychosen dominiertes Verhalten. Das nicht genug, duellierte er sich 1911 mit einem Freund – ihr Vorhaben: Doppelselbstmord – und tötete ihn dabei. Fallada selbst blieb am Leben, was ihn wohl weniger gefreut hat, für uns Leser*innen aber ein Glück ist. Nach diesem Unfall/Mord wurde Fallada in die Psychiatrie eingewiesen (es wird nicht das letzte Mal sein). Als er 1913 entlassen wurde, wollte er sich ein Jahr später zum Kriegsdienst melden, wurde jedoch ausgemustert und führte daraufhin ein von Alkohol und Drogen dominiertes relativ wildes Leben, das von da an von zwei konflikthaften Gegensätzen bestimmt wurde: Trinken & Morphium vs. Entzug, besonders vom Alkohol kam er nicht los. In den Entzugsphasen, noch bevor er mit seinen Romanen Geld verdienen konnte, lernte er das Leben der kleinen Leute kennen, das sich hauptsächlich durch harte, körperliche Arbeit und wenig bis gar kein Geld auszeichnete. Dies nützte ihm später u.a. als Milieustudie. Generell kann man sagen, dass alles in Falladas Leben aus Extremen bestand, die sich in Gegensätzen zeigten. Schon alleine sein gewähltes Pseudonym, das von dem Märchen „Hans im Glück“ und dem ans Tor genagelten Kopf des Pferdes Fal(l)ada aus dem Märchen „Die Gänsemagd“ zusammengesetzt ist – und somit Glück und Unglück vereint. Ein Sinnbild seines Empfindens. Später wurde Fallada noch einige Male in die Psychiatrie eingewiesen und musste mehrmals – wegen Betrugs und versuchten Totschlags – ins Gefängnis.

Seiner Arbeit als Autor tat das keinen Abbruch, im Gegenteil, es scheint, als habe er diesen Schreibwahn gebraucht, um sich befreien zu können, von allem, was ihn belastete, was ihn umtrieb. Sei es die eigene Trink- und Drogensucht („Der Trinker“), seine Erfahrungen im Gefängnis („Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“), Gesellschaftsportraits der Weimarer Republik („Kleiner Mann – was nun?“, „Wolf unter Wölfen“) usw. „Jeder stirbt für sich allein“ grenze ich da aus, denn diesen Roman wollte er zunächst nicht schreiben (na, zum Glück hat er’s doch gemacht!). Die Geschichte behandelt das Thema des Widerstands im Zweiten Weltkrieg, im Mittelpunkt ein Ehepaar, das tatsächlich gelebt hat und das Postkarten geschrieben hat, um die Wahrheit kundzutun. Für damalige Zeiten ein gefährliches Unterfangen. Und mutig. Ein Grund, warum Fallada sich zunächst weigerte. Er sei – im Bezug auf den Widerstand – nie mutig gewesen. „Jeder stirbt für sich allein“ ist ein beeindruckender und nachdrücklich wichtiger Roman, in dem sich aber auch wieder Falladas eigene Erfahrungen widerspiegeln, v.a. in den Nebenfiguren: dem Spieler, dem Trunksüchtigen, dem Betrüger, dem Gefängnisinsassen. Sprachlich ist es nicht sein bester Roman (in Anbetracht der mickrigen 4 Wochen Schreibzeit aber durchaus Wahnsinn), dafür jedoch der mit der wichtigsten Aussagekraft.

Es stellt sich die Frage, ob seine Werke so grandios geworden wären, wenn Fallada nicht Fallada gewesen wäre? Benötigt man einen gewissen Hang zur Selbstzerstörung, um solche Bücher zu schreiben? Eine Antwort darauf kann man sicher nicht geben, aber Fallada gehört zu diesen großartigen Autoren, die im Schreiben leben und sterben, weil sie jedem Buch ein Stück von sich selbst geben. Und dafür kann man ihm nicht genug danken. Seine Bücher sind heute so bedeutend und aktuell wie damals.

Empfehlenswert: „Hans Fallada – Im Rausch des Schreibens“ (eine Dokumentation) und „Hans Fallada. Die Biographie.“ von Peter Walther im Aufbau Verlag erschienen.

Remarque lesen: eine wertvolle Grenzerfahrung

Ich konnte früher nicht unbedingt viel mit dem Namen Erich Maria Remarque anfangen. Für mich war das einer dieser Gesichter, die schwarz-weiß gedruckt mit anderen in der Riege der Klassiker verschwammen. Wir haben uns zu meiner Schulzeit, die ja nun doch schon einige Jahre zurückliegt, nie mit seinen Büchern auseinandergesetzt und selbst dann weiß ich nicht, ob ich damals schon in der Lage gewesen wäre, mich mit seinen Werken gebührend beschäftigen zu können. Ich bin mir ehrlich nicht sicher, ob ich das alles so verstanden hätte. Verstanden nicht im eigentlichen Sinne von Verstehen, sondern eher im Fühlen und Schmecken der Worte, im Tasten nach einer Zeit, die längst vergangen und doch so präsent ist.

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„Im Westen nichts Neues“ blieb für mich also eine lange Zeit ein Titel, den man mal gehört haben sollte, aber ich konnte ihn nicht zuordnen, obwohl ich mir schon lange vorgenommen hatte, dies zu tun. Vor ein paar Wochen dann war ich zu Besuch bei einer Freundin, die wunderbar geordnete Bücherregale besitzt (da kann ich nun wahrlich nicht mithalten) und da stand der Remarque. Wie nicht gerufen, aber doch auf mich wartend. Ich lieh mir „Im Westen nichts Neues“ aus, las am selben Abend noch ein paar Zeilen und am darauffolgenden Tag das ganze Buch und, was soll ich sagen? Besser spät als nie! Mich hat wohl noch nie ein Buch so überrascht wie dieses. Nie hätte ich gedacht, dass mich dieser Roman so packen, so mitnehmen, so durchwirbeln würde. Es ist eines dieser Bücher, das man immer im Gedächtnis behalten wird. Es ist rau, es ist gewaltig, es ist real. Teilweise hat man das Gefühl, man würde mit in einem der zahlreichen Schützengräben des Ersten Weltkrieges liegen und das ist nicht schön, das soll es auch nicht sein, aber doch ist das wichtig, um Dinge in der Vergangenheit zu verstehen, die eigentlich nicht zu verstehen sind. Dinge, die auch heute noch geschehen, an die wir aber in unserer geschützten Blase nicht denken wollen. Dinge, die immer wieder so oder so ähnlich passieren können und werden, denn: Geschichte wiederholt sich (leider).

Und weil ich irgendwie nicht genug von Remarque bekommen kann, weil ich jetzt drin bin in diesem Verstehens-Prozess, möchte ich mehr. Mehr von dieser kraftvollen poetischen Sprache, die sich stellenweise liest wie ein Gedicht und in der so viel Wahrheit liegt. „Die Nacht von Lissabon“ habe ich nun am Wochenende gelesen und bin nach wie vor beeindruckt, was mit Menschen passiert, zu was sie fähig sind, wenn es zum Äußersten kommt, wie Opfer und Täter verschwimmen und wie Remarque es schafft, dies in Worte zu packen und so ein intensives Leseerlebnis zu gestalten, das lehrreich in vielerlei Dingen ist. Er schreibt hier von Menschen, die auf der Flucht sind, die ihre eigene Identität mehrmals verlieren und doch immer den Mut und die Kraft aufbringen, sich zu wehren, sich aufzulehnen gegen ein Regime der Unterdrückung und Grausamkeit im Zweiten Weltkrieg und dabei fällt ein Satz, den ich sehr bezeichnend finde: „’Es mag sein, dass unsere Zeit einmal die der Ironie genannt wird‘, sagte Schwarz. ‚Natürlich nicht die der geistvollen des achtzehnten Jahrhunderts, sondern die der unfreiwilligen und ebenfalls bösartigen oder dummen unseres plumpen Zeitalters des Fortschritts in der Technik und des Rückschritts in der Kultur. (…)“ Remarque zu lesen ist aufwühlend. Man liest seine Bücher nicht und schreitet anschließend locker flockig im Alltag voran. Nein, er reißt einen heraus, stellt unangenehme Fragen und gibt unbefriedigende Antworten. So ist das Leben.

Lost Generation – Bücher aus und in den 1920ern #1

In den 1920ern steckte man zwischen Vergessen, Neubeginn und dem zarten Wittern von Gefahr fest. Eine explosive Mischung, die sich auf Buchseiten gedruckt, in Filmen verewigt und in ihrer Kunst für jedermann greifbar macht. Es ist nicht nur das Eintauchen in dieses Flair, das die 20er so anziehend macht, sondern auch die Vorstellung, dass das Heute dem Gestern gar nicht mal so unähnlich ist, obwohl knapp 100 Jahre dazwischen liegen und eine Menge passiert ist.

Ich habe hier (auf dem Foto) ein paar Bücher zusammengetragen, für alle, die die 1920er ebenso gerne lesen wie ich. Es ist nur eine kleine Auswahl abgebildet, aber das heißt nicht, dass ich nur diese paar Bücher für erwähnenswert halte. Seht es einfach als Teil I einer neuen Reihe hier auf dem Blog.

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„Berlin in den 1920er Jahren“ | Rainer Metzger

Ich finde, diesen Kunstband, der viel mehr ist als „nur“ das, sollte jeder gelesen und durchgeschaut haben, der sich für diese Zeit interessiert. Hier geht es zwar vordergründig um die Kunstwelt in Berlin in den 1920er Jahren, aber Literatur ist eben auch Kunst und alles spielt zusammen. Besonders in der sogenannten Zeit der „Lost Generation“. Berlin boomt in den 20ern und übt eine Faszination auf alle aus, nicht nur Künstler und Literaten, sondern auch die, die was erleben wollen, die sich etwas versprechen, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen in einer Zeit, in der alles ins Wanken gerät. Vom ersten Weltkrieg gebeutelt, durch die Weltwirtschaftskrise geschüttelt, auf der Suche nach dem großen Glück. Berlin übt immer noch diese gewisse Magie auf viele aus, aber bei weitem nicht mehr so ausdrücklich wie in den 1920ern – daher unbedingt reinschauen!

„Das kunstseidene Mädchen“ | Irmgard Keun

Diesen Roman ordnet man eher den 1930ern zu, aber ich mag es trotzdem an dieser Stelle erwähnen und empfehlen, da es mir so gut gefallen hat. „Das kunstseidene Mädchen“ spielt während der Weltwirtschaftskrise und verfolgt das Leben der jungen Doris, die von der Provinz in die großen Weiten nach Berlin zieht, um dort ihr Glück zu suchen. Vornehmlich im Film, aber auch in der Liebe. Dass das nicht einfach ist, dürfte klar sein. Der Roman erzählt von Massenarbeitslosigkeit, Armut und dem Willen, trotzdem etwas zu erreichen. Besonders ist hier die Sprache, die schnell und hektisch sowie gleichzeitig lebendig durch die direkte Übernahme von Slangs und Grammatikfehlern ist.

„Auf Messers Schneide“ | William Somerset Maugham

Der Titel mag ein wenig irreführen, wenn man denkt, es erwarte einen nun ein Krimi oder gar ein Thriller. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Roman um einen hochphilosophischen im Sinne, dass hier die Protagonisten – allen voran Larry -, von denen der Ich-Erzähler (Maugham selbst) berichtet, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind. Und das in einer Zeit, in der alles scheinbar golden glänzt, in der der erste Weltkrieg gerade vorbei ist und man stattdessen lieber Charleston tanzt und die Champagnerkorken knallen lässt, während die nächste Krise schon auf die Schulter klopft. Das Besondere ist nicht nur die Tatsache, dass diese Zeit ein ganz klein wenig auf die Schippe genommen, zumindest aber unter einem kritischen Aspekt beleuchtet wird und, dass Maugham selbst als Ich-Erzähler in Kraft tritt, als hätte er die Geschichte miterlebt. Er schreibt dabei sanft und elegant, was ich sehr gerne mag, auch wenn es stellenweise ein wenig langatmig wird und ich es nicht am Stück lesen konnte.

„Blaupause“ | Theresia Enzensberger

Über diesen Roman habe ich vor ein paar Wochen bereits berichtet. Es fällt mir schwer hier eine klare Empfehlung auszusprechen, da ich so meine Schwierigkeiten mit dem Schreibstil und manchen Teilen der Geschichte hatte, aber doch möchte ich es erwähnen, weil ich die Idee eine Art Entwicklungsroman zur Zeit des Bauhauses zu schreiben sehr, sehr gut finde. Leider hakt es – meiner persönlichen Meinung nach – etwas in der Umsetzung und das ist schade. Vor allem die Protagonistin Luise hat mich letztlich nur noch genervt, was mich umso mehr ärgert, weil diese Geschichte so viel Potential hat und man genau merkt, worauf die Autorin abzielt und dann kommt das (bei mir zumindest) so gar nicht rüber. Ich habe aber auch gegenteilige, äußerst begeisterte Stimmen gehört, von daher lasst euch von mir bitte nicht abschrecken, wenn euch das Thema interessiert! Der Roman ist sehr gut recherchiert, was das Bauhaus und die zeitlichen Umstände angeht und das ist ein Grund, auf jeden Fall mal hereinzulesen, sofern einen das Bauhaus und die 1920er Jahre thematisch ansprechen.

„Saint Mazie“ | Jami Attenberg

Diesen Roman habe ich ebenfalls kürzlich auf meinem Blog besprochen. (Dies ist ein ganz dezenter Hinweis dahingehend, dass ihr gerne dort noch mehr Details nachlesen könnt, wenn ihr möchtet.) Jami Attenbergs Geschichte versetzt uns mit der direkten, offenen, aber herzensguten Mazie Phillips als Hauptfigur mitten hinein ins New York der 20er Jahre. Hier ähnlich wie bei Keun und Maugham im Hinblick darauf, dass eine gewisse Perspektivlosigkeit herrscht. Gleichzeitig ist Mazie aber auch „Saint Mazie“, die Heilige Mazie (angelegt nach einem realen Vorbild), die ein so gutes Herz hat, dass sie sich um obdachlose, in Armut lebende Mitmenschen kümmert, auch wenn es Zeiten gibt, in denen sie selbst kämpfen muss. Besonders hier auch wieder die Sprache und die Art, wie der Roman konstruiert ist. Attenberg verfasst ein fiktives Tagebuch für Mazie und lässt gleichzeitig – ebenfalls fiktiv – Nachbarn, Freunde, Bekannte zu Wort kommen, um das Bild abzurunden. Sehr lesenswert, wenn es auch zu Beginn ein wenig Durchhaltevermögen benötigt.

„Der große Gatsby“ | F. Scott Fitzgerald

Der Roman steht stellvertretend für seine Zeit, wie der Autor Stellvertreter seiner Generation ist (und wie das Buch an dieser Stelle im Blog für all seine anderen Werke sowie die Texte seiner Frau steht). Ok, genug Stellvertreter-Dings. Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich noch irgendetwas über den Inhalt erzählen soll? Wenn ihr das Buch noch nicht gelesen habt, dann habt ihr doch aber mit Sicherheit eine der zahlreichen Verfilmungen gesehen. oder? Oder? ODER? Also, wenn nicht, dann schleunigst ändern, bitte. Für mich war der Roman Auftakt zu einer großen Liebe (ja, genau, ich meine die 1920er) und ich mag ihn bis heute unfassbar gerne.

„Paris: Ein Fest fürs Leben“ | Ernest Hemingway

Mit diesem Roman, dem letzten und meines Wissens unvollendeten, den Hemingway geschrieben hat, taucht man ein ins Paris der 1920er Jahre, mitten hinein in seine Anfänge. Hier hat sich beinahe jeder mit Rang und Namen vereint, in Cafés geschrieben und in Bars getanzt – morgens der Kaffee, abends der Cognac, manchmal auch umgekehrt. Eine turbulente, chaotische und durchaus kunstvolle Zeit rund um den Dunstkreis von Gertrude Stein (u.a.), man trifft sicher viele bekannte Gesichter/Namen. Mich hat der Roman ganz entfernt an Woody Allens Film „Midnight in Paris“ erinnert, in dem die künstlerischen wie literarischen (wobei ich finde, dass Literatur ebenso Kunst ist) Größen der verlorenen Generation aufeinander treffen.

[Vorschau] Büchervorfreude Sommer|Herbst 2017

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. So sind unter Buchliebhabern die Vorschauen der Verlage immer ein kleines Highlight. Da dieses Jahr – meiner Meinung nach – unglaublich viele tolle Titel dabei sind, mag ich euch heute ein paar der Bücher vorstellen, die sehr wahrscheinlich ihren Weg zu mir finden werden (wenn sie nicht schon da sind). Denn, geteilte Vorfreude ist doch gleich noch mal schöner!

„Exit West“ | Mohsin Hamid

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Dieser Roman erscheint am 22.08.2017 auf Deutsch im Dumont Verlag (Originaltitel ebenfalls ‚Exit West‘) und gehört bereits jetzt zu den vielbesprochenen Büchern der letzten Monate. Warum? Ich denke, der Verlagstext wird euch einen Einblick geben können:

„In einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, in einem muslimisch geprägten Land, das am Rande eines Bürgerkriegs steht, in einer Stadt, die namenlos bleibt, lernen sie sich kennen: Nadia und Saeed. Sie hat mit ihrer Familie gebrochen, fährt Motorrad, lebt säkular und trägt ihr dunkles Gewand nur als Schutz vor den Zudringlichkeiten fremder Männer. Er wohnt noch bei seinen Eltern, ist eher schüchtern und nimmt die Ausübung seiner Religion sehr ernst. Doch während die Stadt um sie herum in Flammen aufgeht, sich Anschläge häufen und die Sicherheitslage immer prekärer wird, finden die beiden zusammen. Sie wollen eine gemeinsame Zukunft, in Freiheit. Und da sind diese Gerüchte über Türen, die diejenigen, die sie passieren, an ferne Orte bringen können. Doch den Weg durch diese Türen muss man sich mit viel Geld erkaufen. Als die Gewalt weiter eskaliert, entscheiden sich Nadia und Saeed, diesen Schritt zu gehen. Sie lassen ihr Land und ihr altes Leben zurück …
›Exit West‹ ist ein überaus berührender Roman, der sich mit den zentralen Themen unserer Zeit beschäftigt: Flucht und Migration. Mohsin Hamid beweist, dass Literatur poetisch und zugleich politisch sein kann.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/hamid-exit-west-9783832198688/)

Politische Thematik poetisch verpackt gehört momentan zu meinen Lesevorlieben. Daher freue ich mich ungemein auf diesen Titel.

„Heimkehren“ | Yaa Gyasi

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Dieser Roman erscheint ebenfalls am 22.08.2017 auf Deutsch im Dumont Verlag (Originaltitel: ‚Homegoing‘) und gehört auch zu den vielbesprochenen Büchern der letzten Monate. Es ist Yaa Gyasis Debütroman, mit dem sie in den USA wochenlang auf den Bestsellerlisten stand und u.a. mit dem PEN/Hemingway Award ausgezeichnet wurde.

„Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird?
Mit einer enormen erzählerischen Kraft zeichnet Yaa Gyasi die Wege der Frauen und ihrer Nachkommen über Generationen bis in die Gegenwart hinein. ›Heimkehren‹ ist ein bewegendes Stück Literatur von beeindruckender politischer Aktualität.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/gyasi-heimkehren-9783832198381/)

Zadie Smiths Worte über „Heimkehren“: „Ein kluges Buch voller Schönheit, das Wunden heilt – dazu bestimmt, ein Klassiker zu werden.“

Na, wenn das nicht vielversprechend klingt? Aufgrund der Thematik ein Titel, auf den ich mich – selbstverständlich – besonders freue!

„Underground Railroad“ | Colson Whitehead

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Dieser Roman erscheint am 21.08.2017 auf Deutsch im Hanser Literaturverlag (Originaltitel: ‚The Underground Railroad‘) und ist der diesjährige Pulitzer Preisträger. Das alleine ist schon Grund genug, „Underground Railroad“ lesen zu wollen. Außerdem wurde der Titel mit dem National Book Award ausgezeichnet – noch ein Grund mehr. Dazu soll der Roman die Geschichte der Sklaverei in Verbindung mit phantastischen Elementen behandeln. Ich finde, das klingt nach einer wunderbar aufregenden Mischung zu einem wichtigen Thema.

Der Verlag schreibt über das Buch: „Colson Whiteheads Bestseller über eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Amerikas – ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2017

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/underground-railroad/978-3-446-25655-2/)

Hier spricht mich einfach alles an, ich freue mich sehr auf diesen Titel, wobei ich „Underground Railroad“ sehr wahrscheinlich im Original noch vor dem deutschen Erscheinungstermin lesen werde.

„Und es schmilzt“ | Lize Spit

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Dieses Buch erscheint am 24.08.2017 auf Deutsch im S. Fischer Verlag (Originaltitel: ‚Het Smelt‘) und stand ein Jahr lang nach dem Erscheinen auf der Bestsellerliste in Belgien. Lize Spit, die u.a. Drehbücher schreibt, gewann für „Und es schmilzt“ zahlreiche Preise, wie z.B. den Bronzen Uil Preis für den besten Debütroman. Es ist ein Spannungsroman, der verspricht, von der gängigen Norm abzuweichen.

„Ein Eisblock, eine totgeschwiegene Geschichte, eine Schlinge im Schuppen. Mit großer Zärtlichkeit und erzählerischer Brillanz nimmt Lize Spit den Leser in ihrem Roman »Und es schmilzt« mit auf eine verstörende Reise durch die grausame Unschuld der Jugend. Eine erschütternde Geschichte über Freundschaft, Familie und Verrat.

Mit einem Eisblock im Kofferraum fährt Eva in ihr Heimatdorf, das belgische Bovenmeer. Jahrelang ist sie nicht dort gewesen. Und sie hat nie zurückgeblickt – bis eine Einladung ihrer beiden ältesten Freunde Pim und Laurens alles zurückholt:
Die Schlinge, die der Vater ihr im Schuppen zeigt, die betrunkene Mutter, die Eva vor aller Augen mit der Schubkarre vom Gemeindefest abholen muss. Und den Sommer, in dem Pim und Laurens den bittersten Verrat an Eva begehen; den Sommer, den Eva seit dreizehn Jahren zu vergessen versucht.

Die junge Bestsellerautorin Lize Spit wagt sich mit ihrem ersten Roman »Und es schmilzt« an die Grenzen des Sagbaren.

Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt.

Das radikalste Update zu »Der Fänger im Roggen«!“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.fischerverlage.de/buch/und_es_schmilzt/9783103972825)

Ich bin unglaublich gespannt auf dieses Buch, das mich auch ohne Beschreibung alleine vom Cover und Titel her überzeugt hat, es lesen zu wollen.

„Swing Time“ | Zadie Smith

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Dieser Roman erscheint am 17.08.2017 auf Deutsch im KiWi Verlag (Originaltitel ebenfalls ‚Swing Time‘). Zadie Smith hat sich bereits mit einigen anderen Titel, u.a. „Von der Schönheit“, in mein Herz geschrieben, weshalb die Vorfreude auch hier enorm ist. In ihrem neuen Buch geht es um Freundschaft, um die Leidenschaft fürs Tanzen und ums Scheitern und wieder aufstehen. Ach, da freue ich mich wirklich sehr drauf!

„Zwei Mädchen lernen sich beim Tanzen kennen, fortan sind sie unzertrennlich. Die eine hat Talent und die andere hat Ideen: über Rhythmus und Zeit, über schwarze Haut und schwarze Musik, über Stammeszugehörigkeit, Milieu, Bildung und Chancenungleichheit.
Als sich die beiden Mädchen zum ersten Mal begegnen, fühlen sie sich sofort zueinander hingezogen. Die gleiche Leidenschaft fürs Tanzen und für Musicals verbindet sie, doch auch derselbe Londoner Vorort und die Hautfarbe. Ihre Wege trennen sich, als Tracey tatsächlich Tänzerin wird und erste Rollen in Musicals bekommt. Ihre Freundin wiederum jettet als Assistentin der berühmten Sängerin Aimee um die Welt. Als Aimee in Afrika eine Schule gründen will, reist sie ihr voraus und lässt sich durch das Land, in dem ihre Wurzeln liegen, verzaubern und aus dem Rhythmus bringen.
Dieser grandiose Roman von Zadie Smith, der in den USA und in Großbritannien von Presse und Publikum gefeiert wird, erzählt am Beispiel zweier Freundinnen vom Siegen und Scheitern, vom Beginnen und Enden.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.kiwi-verlag.de/buch/swing-time/978-3-462-04947-3/)

„Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ | Joachim Meyerhoff

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Dieser Roman wird am 09.11.2017 im Kiwi Verlag erscheinen und ist der vierte Teil der „Alle Toten fliegen hoch“-Reihe. Ich habe alle vorigen Bände geliebt, ich habe geweint, ich habe gelacht. Ganz klar, dass ich Band vier sehnsüchtig erwarte!

Endlich verliebt! In Hanna, Franka und Ilse.

Eine blitzgescheite Studentin, eine zu Exzessen neigende Tänzerin und eine füllige Bäckersfrau stürzen den Erzähler in schwere Turbulenzen. Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse ist physisch und logistisch kaum zu meistern, doch trotz aller moralischer Skrupel geht es ihm so gut wie lange nicht.
Am Anfang stand eine Kindheit auf dem Anstaltsgelände einer riesigen Psychiatrie mit speziellen Freundschaften zu einigen Insassen und der großen Frage, wer eigentlich die Normalen sind. Danach verschlug es den Helden für ein Austauschjahr nach Laramie in Wyoming. Fremd und bizarr brach die Welt in den Rocky Mountains über ihn herein. Kaum zurück bekam er einen Platz auf der hochangesehenen, aber völlig verstörenden Otto-Falckenberg-Schule, und nur die Großeltern, bei denen er Unterschlupf gefunden hatte, konnten ihn durch allerlei Getränke und ihren großbürgerlichen Lebensstil vor größerem Unglück bewahren.
Nun ist der fragile und stabil erfolglose Jungschauspieler in der Provinz gelandet und begegnet dort Hanna, einer ehrgeizigen und überintelligenten Studentin. Es ist die erste große Liebe seines Lebens. Wenige Wochen später tritt Franka in Erscheinung, eine Tänzerin mit unwiderstehlichem Hang, die Nächte durchzufeiern und sich massieren zu lassen. Das kann er wie kein Zweiter, da es der eigentliche Schwerpunkt der Schauspielschule war. Und dann ist da auch noch Ilse, eine Bäckersfrau, in deren Backstube er sich so glücklich fühlt wie sonst nirgends. Die Frage ist: Kann das gut gehen? Die Antwort ist: nein.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.kiwi-verlag.de/buch/die-zweisamkeit-der-einzelgaenger/978-3-462-04944-2/)

Wer die Meyerhoff Bücher noch nicht kennt oder noch nicht gelesen hat, ich lege sie euch wirklich sehr ans Herz! Manchen mag es etwas schwerfallen in die Thematik und Schreibweise einzusteigen (so habe ich mir sagen lassen – mir ging es nicht so!), aber es lohnt sich! Sehr!

„Wie man es vermasselt“ | George Watsky

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Dieser Titel erscheint am 23.08.2017 auf Deutsch im Diogenes Verlag (Originaltitel: ‚How to Ruin Everything‘) und hat in den USA bereits einen „Kickstart“ vorgelegt. George Watsky ist Rapper, Poetry-Slammer und generell irgendwie ein cooler Typ. Das alles vereint sich nun in seinem Buch „Wie man es vermasselt“ (Originaltitel: ‚How to ruin everything‘). Theoretisch möchte ich es schon lange im Original gelesen haben, aber bisher kam ich noch nicht dazu. Warum eigentlich? Es klingt so vielversprechend!

„Aus dem Leben eines umtriebigen Taugenichts: George Watsky ist Rapper, Poetry Slammer und Schriftsteller. Die Bandbreite seiner autobiographischen Stories reicht von absurd (wie er zum internationalen Elfenbeinschmuggler wurde) über komisch (wie er erfolglos ältere Frauen zu verführen versuchte) bis zu berührend (wie seine Epilepsie sein junges Leben prägte).

Ob er von Backpacker-Reisen durch Europa oder Indien erzählt, von seiner ersten WG in Boston, von der Nordamerika-Tour mit seiner Band in einem schrottreifen Tourbus, oder vom Zusammenhang zwischen Baseball und Tränen – was George Watsky als Autor auszeichnet, ist seine präzise Beobachtungsgabe, der treffsichere Blick für das sprechende Detail, sein Humor und sein Optimismus.

Das Debüt eines vielversprechenden literarischen Talents. Cool, selbstironisch, rotzig, sensibel und sprachlich brillant.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.diogenes.ch/leser/titel/george-watsky/wie-man-es-vermasselt-9783257070071.html)

„Beren und Lúthien“ | J.R.R. Tolkien

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Dieser Roman ist bereits vorgestern auf Deutsch im Klett-Cotta Verlag erschienen (Originaltitel: ‚Beren and Lúthien) – genauer am 10.06.2017. Fantasy darf hier nämlich auch nicht gänzlich fehlen und außerdem: endlich wieder ein Tolkien!

„Ein dramatisches Schicksal überschattet die Liebe von Beren und Lúthien. Sie gehört den unsterblichen Elben an, während er ein Sterblicher ist. In seiner tiefen Abneigung gegen alle Menschen zwingt ihr Vater, ein großer Elbenfürst, Beren eine unlösbare Aufgabe auf: Bevor dieser Lúthien heiraten darf, muss er von Melkors Krone einen Silmaril rauben. Den Leser erwartet die schönste Geschichte Tolkiens.
Speziell für diese Ausgabe hat der bekannte Tolkien-Künstler Alan Lee zahlreiche Farbgemälde und Zeichnungen geschaffen.

Unerschrocken macht sich Beren auf den Weg, den Silmaril für seine Liebe zu gewinnen. Da setzt Melkor, auch Morgoth der Schwarze Feind genannt, die fürchterlichsten Kreaturen – skrupellose Orks und schlaue Wölfe – gegen Beren ein. Aber die Liebe zwischen Lúthien und Beren reicht buchstäblich über den Tod hinaus.

Diese ohne Übertreibung schönste Geschichte Tolkiens ist in nicht endgültiger Form Bestandteil des »Silmarillion«, des »Buchs der Verschollenen Geschichten« und des »Leithian Liedes«. Christopher Tolkien hat versucht, die Erzählung von Beren und Lúthien aus dem umfangreichen Werk, in das sie eingebettet ist, herauszulösen. Er erzählt sie mit den Worten seines Vaters: zunächst in ihrer ursprünglichen Form, dann gemäß späteren Texten.
So wird sie in ihrem Wandel dargestellt. Die hier erstmals zusammen präsentierten Texte enthüllen Aspekte, die sowohl was die Handlung, als auch was die erzählerische Unmittelbarkeit anbelangt, später verlorengegangen sind.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: https://www.klett-cotta.de/buch/Weitere_Geschichten/Beren_und_L%C3%BAthien/79954)

Und, hätte ich jetzt genügend Geld übrig, ich würde sofort in den Buchladen stürmen. (Hätte, hätte, Fahrradkette.) So muss ich mich halt noch ein wenig gedulden und stöbere weiter in den Vorschauen, die Wunschliste kann nie lang genug sein!

 

 

[Rückblick] Nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse #LBM17

Da ist sie schon wieder rum, die Leipziger Buchmesse 2017. Viel gesehen, viel gehört, viel gelesen, so könnte man sie in etwa zusammenfassen. Nicht mal annähernd ein Teil dessen, was ich mir vorgenommen hatte, habe ich letzten Endes geschafft. Doch irgendwie war das zu erwarten. Man trifft hier wen und dort wen, verquatscht sich oder braucht schlichtweg eine Pause von dem ganzen Trubel. Trotzdem war es schön.

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Ich habe Martin Suter, Chris Kraus und Susann Pásztor auf den jeweiligen Bloggertreffen vom Diogenes und Kiepenheuer & Witsch Verlag treffen dürfen (lieben Dank dafür!), was doch immer für Aufregung sorgt. Ist der|die Autor|in so, wie man ihn|sie sich vorstellt? Wirkt das Gelesene nach dem Kennenlernen anders oder lesen sich gar die Bücher in einer ganz neuen Tonart?

Hier kann ich sagen, dass mir alle Autoren und Autorinnen, die ich auf der Buchmesse „kennengelernt“ habe, durchweg sympathisch gewesen sind und ihre Texte, Worte und Geschichten allenfalls für mich noch an Authentizität gewonnen haben. In eine von Takis Würgers Lesungen aus „Der Club“ bin ich irgendwie so reingestolpert (war gut) und weil ich am Samstag keinen Nerv mehr für Messemenschenmassen hatte, bin ich in der Stadt auch mehr durch Zufall in Nadja Schlüters Lesung aus „Einer hätte gereicht“ gelandet (war auch gut!). Zufällige Begegnungen gab es unter anderem mit einigen lieben (Blog-)Menschen wie charlisabethsnivispluma, Bröselchen, nordbreze, murmeltier_reads. Einige andere habe ich leider verpasst (doch es gibt immer ein nächstes Mal!)

Sicher, ich hätte noch viel mehr sehen, hören und lesen können, aber für mich hat es vollkommen ausgereicht. Denn, wozu von einer Veranstaltung zur nächsten hetzen, von einem Termin zum anderen eilen, hier ein Wort, da vielleicht sogar zwei Worte, wenn man eigentlich nirgends richtig anwesend ist? Ich habe gelernt, das abzuschalten. Dieses: ich muss dahin, auch wenn ich gar nicht wirklich muss, aber denke, ich müsste.

Auch dieses Mal gilt: Nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse. Einige neue lesenswerte Bücher stehen auf meiner persönlichen Frühjahrsliste oder habe ich sogar bereits aus Leipzig mitgebracht, aber darüber werde ich sicher noch berichten – und, hej, dann ist auch schon bald wieder Zeit für die Frankfurter Buchmesse.

[Büchertalk] Indiebookday 2017

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Heute ist Indiebookday! Was das heißt? Ihr geht in die örtliche Buchhandlung eurer Wahl, richtig super wäre natürlich noch eine unabhängige kleine Buchhandlung, und ersteht dort das Buch oder die Bücher eurer Wahl. Einzige Bedingung: es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen – und das ist gar nicht mal schwer, gibt es doch so viele tolle unabhängige, kleine Verlage mit wundervollen und interessanten Titeln, denen wir mehr Beachtung schenken sollten! Wer da jetzt unsicher ist, was ist ein unabhängiger Verlag, woran erkenne ich diesen, etc., der schaut am besten mal hier vorbei:Liste unabhängiger Verlage (Deutschland) !

Anschließend postet ihr, wenn ihr mögt, euer erstandenes Buch in den sozialen Medien unter #indiebookday und schreibt vielleicht sogar noch einen kleinen Text dazu.

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Bei mir ist es „Oh Schimmi“ von Teresa Präauer aus dem Wallstein Verlag geworden und das hat mehrere Gründe. Erstens finde ich Affen generell eher abstoßend (ja, ich weiß, enthaltet euch bitte jeglicher Kommentare 😀 ), aber gerade deswegen bin ich auf das Cover aufmerksam geworden. Zweitens heißt es da: „Ich habe so einen Hass auf alles und gleichzeitig so eine Liebe für alles, ich kann es euch gar nicht sagen.“ (versteht sich von selbst, warum mich das neugierig macht) und drittens hat der Wallstein Verlag seinen Sitz in Göttingen, was quasi um die Ecke von mir ist. Support your local team und so!

Ich bin gespannt, was ihr so erstanden habt. Mögt ihr berichten?