[Vorschau] Büchervorfreude Sommer|Herbst 2017

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. So sind unter Buchliebhabern die Vorschauen der Verlage immer ein kleines Highlight. Da dieses Jahr – meiner Meinung nach – unglaublich viele tolle Titel dabei sind, mag ich euch heute ein paar der Bücher vorstellen, die sehr wahrscheinlich ihren Weg zu mir finden werden (wenn sie nicht schon da sind). Denn, geteilte Vorfreude ist doch gleich noch mal schöner!

„Exit West“ | Mohsin Hamid

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Dieser Roman erscheint am 22.08.2017 auf Deutsch im Dumont Verlag (Originaltitel ebenfalls ‚Exit West‘) und gehört bereits jetzt zu den vielbesprochenen Büchern der letzten Monate. Warum? Ich denke, der Verlagstext wird euch einen Einblick geben können:

„In einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, in einem muslimisch geprägten Land, das am Rande eines Bürgerkriegs steht, in einer Stadt, die namenlos bleibt, lernen sie sich kennen: Nadia und Saeed. Sie hat mit ihrer Familie gebrochen, fährt Motorrad, lebt säkular und trägt ihr dunkles Gewand nur als Schutz vor den Zudringlichkeiten fremder Männer. Er wohnt noch bei seinen Eltern, ist eher schüchtern und nimmt die Ausübung seiner Religion sehr ernst. Doch während die Stadt um sie herum in Flammen aufgeht, sich Anschläge häufen und die Sicherheitslage immer prekärer wird, finden die beiden zusammen. Sie wollen eine gemeinsame Zukunft, in Freiheit. Und da sind diese Gerüchte über Türen, die diejenigen, die sie passieren, an ferne Orte bringen können. Doch den Weg durch diese Türen muss man sich mit viel Geld erkaufen. Als die Gewalt weiter eskaliert, entscheiden sich Nadia und Saeed, diesen Schritt zu gehen. Sie lassen ihr Land und ihr altes Leben zurück …
›Exit West‹ ist ein überaus berührender Roman, der sich mit den zentralen Themen unserer Zeit beschäftigt: Flucht und Migration. Mohsin Hamid beweist, dass Literatur poetisch und zugleich politisch sein kann.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/hamid-exit-west-9783832198688/)

Politische Thematik poetisch verpackt gehört momentan zu meinen Lesevorlieben. Daher freue ich mich ungemein auf diesen Titel.

„Heimkehren“ | Yaa Gyasi

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Dieser Roman erscheint ebenfalls am 22.08.2017 auf Deutsch im Dumont Verlag (Originaltitel: ‚Homegoing‘) und gehört auch zu den vielbesprochenen Büchern der letzten Monate. Es ist Yaa Gyasis Debütroman, mit dem sie in den USA wochenlang auf den Bestsellerlisten stand und u.a. mit dem PEN/Hemingway Award ausgezeichnet wurde.

„Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird?
Mit einer enormen erzählerischen Kraft zeichnet Yaa Gyasi die Wege der Frauen und ihrer Nachkommen über Generationen bis in die Gegenwart hinein. ›Heimkehren‹ ist ein bewegendes Stück Literatur von beeindruckender politischer Aktualität.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/gyasi-heimkehren-9783832198381/)

Zadie Smiths Worte über „Heimkehren“: „Ein kluges Buch voller Schönheit, das Wunden heilt – dazu bestimmt, ein Klassiker zu werden.“

Na, wenn das nicht vielversprechend klingt? Aufgrund der Thematik ein Titel, auf den ich mich – selbstverständlich – besonders freue!

„Underground Railroad“ | Colson Whitehead

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Dieser Roman erscheint am 21.08.2017 auf Deutsch im Hanser Literaturverlag (Originaltitel: ‚The Underground Railroad‘) und ist der diesjährige Pulitzer Preisträger. Das alleine ist schon Grund genug, „Underground Railroad“ lesen zu wollen. Außerdem wurde der Titel mit dem National Book Award ausgezeichnet – noch ein Grund mehr. Dazu soll der Roman die Geschichte der Sklaverei in Verbindung mit phantastischen Elementen behandeln. Ich finde, das klingt nach einer wunderbar aufregenden Mischung zu einem wichtigen Thema.

Der Verlag schreibt über das Buch: „Colson Whiteheads Bestseller über eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Amerikas – ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2017

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/underground-railroad/978-3-446-25655-2/)

Hier spricht mich einfach alles an, ich freue mich sehr auf diesen Titel, wobei ich „Underground Railroad“ sehr wahrscheinlich im Original noch vor dem deutschen Erscheinungstermin lesen werde.

„Und es schmilzt“ | Lize Spit

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Dieses Buch erscheint am 24.08.2017 auf Deutsch im S. Fischer Verlag (Originaltitel: ‚Het Smelt‘) und stand ein Jahr lang nach dem Erscheinen auf der Bestsellerliste in Belgien. Lize Spit, die u.a. Drehbücher schreibt, gewann für „Und es schmilzt“ zahlreiche Preise, wie z.B. den Bronzen Uil Preis für den besten Debütroman. Es ist ein Spannungsroman, der verspricht, von der gängigen Norm abzuweichen.

„Ein Eisblock, eine totgeschwiegene Geschichte, eine Schlinge im Schuppen. Mit großer Zärtlichkeit und erzählerischer Brillanz nimmt Lize Spit den Leser in ihrem Roman »Und es schmilzt« mit auf eine verstörende Reise durch die grausame Unschuld der Jugend. Eine erschütternde Geschichte über Freundschaft, Familie und Verrat.

Mit einem Eisblock im Kofferraum fährt Eva in ihr Heimatdorf, das belgische Bovenmeer. Jahrelang ist sie nicht dort gewesen. Und sie hat nie zurückgeblickt – bis eine Einladung ihrer beiden ältesten Freunde Pim und Laurens alles zurückholt:
Die Schlinge, die der Vater ihr im Schuppen zeigt, die betrunkene Mutter, die Eva vor aller Augen mit der Schubkarre vom Gemeindefest abholen muss. Und den Sommer, in dem Pim und Laurens den bittersten Verrat an Eva begehen; den Sommer, den Eva seit dreizehn Jahren zu vergessen versucht.

Die junge Bestsellerautorin Lize Spit wagt sich mit ihrem ersten Roman »Und es schmilzt« an die Grenzen des Sagbaren.

Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt.

Das radikalste Update zu »Der Fänger im Roggen«!“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.fischerverlage.de/buch/und_es_schmilzt/9783103972825)

Ich bin unglaublich gespannt auf dieses Buch, das mich auch ohne Beschreibung alleine vom Cover und Titel her überzeugt hat, es lesen zu wollen.

„Swing Time“ | Zadie Smith

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Dieser Roman erscheint am 17.08.2017 auf Deutsch im KiWi Verlag (Originaltitel ebenfalls ‚Swing Time‘). Zadie Smith hat sich bereits mit einigen anderen Titel, u.a. „Von der Schönheit“, in mein Herz geschrieben, weshalb die Vorfreude auch hier enorm ist. In ihrem neuen Buch geht es um Freundschaft, um die Leidenschaft fürs Tanzen und ums Scheitern und wieder aufstehen. Ach, da freue ich mich wirklich sehr drauf!

„Zwei Mädchen lernen sich beim Tanzen kennen, fortan sind sie unzertrennlich. Die eine hat Talent und die andere hat Ideen: über Rhythmus und Zeit, über schwarze Haut und schwarze Musik, über Stammeszugehörigkeit, Milieu, Bildung und Chancenungleichheit.
Als sich die beiden Mädchen zum ersten Mal begegnen, fühlen sie sich sofort zueinander hingezogen. Die gleiche Leidenschaft fürs Tanzen und für Musicals verbindet sie, doch auch derselbe Londoner Vorort und die Hautfarbe. Ihre Wege trennen sich, als Tracey tatsächlich Tänzerin wird und erste Rollen in Musicals bekommt. Ihre Freundin wiederum jettet als Assistentin der berühmten Sängerin Aimee um die Welt. Als Aimee in Afrika eine Schule gründen will, reist sie ihr voraus und lässt sich durch das Land, in dem ihre Wurzeln liegen, verzaubern und aus dem Rhythmus bringen.
Dieser grandiose Roman von Zadie Smith, der in den USA und in Großbritannien von Presse und Publikum gefeiert wird, erzählt am Beispiel zweier Freundinnen vom Siegen und Scheitern, vom Beginnen und Enden.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.kiwi-verlag.de/buch/swing-time/978-3-462-04947-3/)

„Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ | Joachim Meyerhoff

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Dieser Roman wird am 09.11.2017 im Kiwi Verlag erscheinen und ist der vierte Teil der „Alle Toten fliegen hoch“-Reihe. Ich habe alle vorigen Bände geliebt, ich habe geweint, ich habe gelacht. Ganz klar, dass ich Band vier sehnsüchtig erwarte!

Endlich verliebt! In Hanna, Franka und Ilse.

Eine blitzgescheite Studentin, eine zu Exzessen neigende Tänzerin und eine füllige Bäckersfrau stürzen den Erzähler in schwere Turbulenzen. Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse ist physisch und logistisch kaum zu meistern, doch trotz aller moralischer Skrupel geht es ihm so gut wie lange nicht.
Am Anfang stand eine Kindheit auf dem Anstaltsgelände einer riesigen Psychiatrie mit speziellen Freundschaften zu einigen Insassen und der großen Frage, wer eigentlich die Normalen sind. Danach verschlug es den Helden für ein Austauschjahr nach Laramie in Wyoming. Fremd und bizarr brach die Welt in den Rocky Mountains über ihn herein. Kaum zurück bekam er einen Platz auf der hochangesehenen, aber völlig verstörenden Otto-Falckenberg-Schule, und nur die Großeltern, bei denen er Unterschlupf gefunden hatte, konnten ihn durch allerlei Getränke und ihren großbürgerlichen Lebensstil vor größerem Unglück bewahren.
Nun ist der fragile und stabil erfolglose Jungschauspieler in der Provinz gelandet und begegnet dort Hanna, einer ehrgeizigen und überintelligenten Studentin. Es ist die erste große Liebe seines Lebens. Wenige Wochen später tritt Franka in Erscheinung, eine Tänzerin mit unwiderstehlichem Hang, die Nächte durchzufeiern und sich massieren zu lassen. Das kann er wie kein Zweiter, da es der eigentliche Schwerpunkt der Schauspielschule war. Und dann ist da auch noch Ilse, eine Bäckersfrau, in deren Backstube er sich so glücklich fühlt wie sonst nirgends. Die Frage ist: Kann das gut gehen? Die Antwort ist: nein.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.kiwi-verlag.de/buch/die-zweisamkeit-der-einzelgaenger/978-3-462-04944-2/)

Wer die Meyerhoff Bücher noch nicht kennt oder noch nicht gelesen hat, ich lege sie euch wirklich sehr ans Herz! Manchen mag es etwas schwerfallen in die Thematik und Schreibweise einzusteigen (so habe ich mir sagen lassen – mir ging es nicht so!), aber es lohnt sich! Sehr!

„Wie man es vermasselt“ | George Watsky

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Dieser Titel erscheint am 23.08.2017 auf Deutsch im Diogenes Verlag (Originaltitel: ‚How to Ruin Everything‘) und hat in den USA bereits einen „Kickstart“ vorgelegt. George Watsky ist Rapper, Poetry-Slammer und generell irgendwie ein cooler Typ. Das alles vereint sich nun in seinem Buch „Wie man es vermasselt“ (Originaltitel: ‚How to ruin everything‘). Theoretisch möchte ich es schon lange im Original gelesen haben, aber bisher kam ich noch nicht dazu. Warum eigentlich? Es klingt so vielversprechend!

„Aus dem Leben eines umtriebigen Taugenichts: George Watsky ist Rapper, Poetry Slammer und Schriftsteller. Die Bandbreite seiner autobiographischen Stories reicht von absurd (wie er zum internationalen Elfenbeinschmuggler wurde) über komisch (wie er erfolglos ältere Frauen zu verführen versuchte) bis zu berührend (wie seine Epilepsie sein junges Leben prägte).

Ob er von Backpacker-Reisen durch Europa oder Indien erzählt, von seiner ersten WG in Boston, von der Nordamerika-Tour mit seiner Band in einem schrottreifen Tourbus, oder vom Zusammenhang zwischen Baseball und Tränen – was George Watsky als Autor auszeichnet, ist seine präzise Beobachtungsgabe, der treffsichere Blick für das sprechende Detail, sein Humor und sein Optimismus.

Das Debüt eines vielversprechenden literarischen Talents. Cool, selbstironisch, rotzig, sensibel und sprachlich brillant.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: http://www.diogenes.ch/leser/titel/george-watsky/wie-man-es-vermasselt-9783257070071.html)

„Beren und Lúthien“ | J.R.R. Tolkien

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Dieser Roman ist bereits vorgestern auf Deutsch im Klett-Cotta Verlag erschienen (Originaltitel: ‚Beren and Lúthien) – genauer am 10.06.2017. Fantasy darf hier nämlich auch nicht gänzlich fehlen und außerdem: endlich wieder ein Tolkien!

„Ein dramatisches Schicksal überschattet die Liebe von Beren und Lúthien. Sie gehört den unsterblichen Elben an, während er ein Sterblicher ist. In seiner tiefen Abneigung gegen alle Menschen zwingt ihr Vater, ein großer Elbenfürst, Beren eine unlösbare Aufgabe auf: Bevor dieser Lúthien heiraten darf, muss er von Melkors Krone einen Silmaril rauben. Den Leser erwartet die schönste Geschichte Tolkiens.
Speziell für diese Ausgabe hat der bekannte Tolkien-Künstler Alan Lee zahlreiche Farbgemälde und Zeichnungen geschaffen.

Unerschrocken macht sich Beren auf den Weg, den Silmaril für seine Liebe zu gewinnen. Da setzt Melkor, auch Morgoth der Schwarze Feind genannt, die fürchterlichsten Kreaturen – skrupellose Orks und schlaue Wölfe – gegen Beren ein. Aber die Liebe zwischen Lúthien und Beren reicht buchstäblich über den Tod hinaus.

Diese ohne Übertreibung schönste Geschichte Tolkiens ist in nicht endgültiger Form Bestandteil des »Silmarillion«, des »Buchs der Verschollenen Geschichten« und des »Leithian Liedes«. Christopher Tolkien hat versucht, die Erzählung von Beren und Lúthien aus dem umfangreichen Werk, in das sie eingebettet ist, herauszulösen. Er erzählt sie mit den Worten seines Vaters: zunächst in ihrer ursprünglichen Form, dann gemäß späteren Texten.
So wird sie in ihrem Wandel dargestellt. Die hier erstmals zusammen präsentierten Texte enthüllen Aspekte, die sowohl was die Handlung, als auch was die erzählerische Unmittelbarkeit anbelangt, später verlorengegangen sind.“ (Quelle des Verlagstextes und der Coverabbildung: https://www.klett-cotta.de/buch/Weitere_Geschichten/Beren_und_L%C3%BAthien/79954)

Und, hätte ich jetzt genügend Geld übrig, ich würde sofort in den Buchladen stürmen. (Hätte, hätte, Fahrradkette.) So muss ich mich halt noch ein wenig gedulden und stöbere weiter in den Vorschauen, die Wunschliste kann nie lang genug sein!

 

 

[Rückblick] Nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse #LBM17

Da ist sie schon wieder rum, die Leipziger Buchmesse 2017. Viel gesehen, viel gehört, viel gelesen, so könnte man sie in etwa zusammenfassen. Nicht mal annähernd ein Teil dessen, was ich mir vorgenommen hatte, habe ich letzten Endes geschafft. Doch irgendwie war das zu erwarten. Man trifft hier wen und dort wen, verquatscht sich oder braucht schlichtweg eine Pause von dem ganzen Trubel. Trotzdem war es schön.

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Ich habe Martin Suter, Chris Kraus und Susann Pásztor auf den jeweiligen Bloggertreffen vom Diogenes und Kiepenheuer & Witsch Verlag treffen dürfen (lieben Dank dafür!), was doch immer für Aufregung sorgt. Ist der|die Autor|in so, wie man ihn|sie sich vorstellt? Wirkt das Gelesene nach dem Kennenlernen anders oder lesen sich gar die Bücher in einer ganz neuen Tonart?

Hier kann ich sagen, dass mir alle Autoren und Autorinnen, die ich auf der Buchmesse „kennengelernt“ habe, durchweg sympathisch gewesen sind und ihre Texte, Worte und Geschichten allenfalls für mich noch an Authentizität gewonnen haben. In eine von Takis Würgers Lesungen aus „Der Club“ bin ich irgendwie so reingestolpert (war gut) und weil ich am Samstag keinen Nerv mehr für Messemenschenmassen hatte, bin ich in der Stadt auch mehr durch Zufall in Nadja Schlüters Lesung aus „Einer hätte gereicht“ gelandet (war auch gut!). Zufällige Begegnungen gab es unter anderem mit einigen lieben (Blog-)Menschen wie charlisabethsnivispluma, Bröselchen, nordbreze, murmeltier_reads. Einige andere habe ich leider verpasst (doch es gibt immer ein nächstes Mal!)

Sicher, ich hätte noch viel mehr sehen, hören und lesen können, aber für mich hat es vollkommen ausgereicht. Denn, wozu von einer Veranstaltung zur nächsten hetzen, von einem Termin zum anderen eilen, hier ein Wort, da vielleicht sogar zwei Worte, wenn man eigentlich nirgends richtig anwesend ist? Ich habe gelernt, das abzuschalten. Dieses: ich muss dahin, auch wenn ich gar nicht wirklich muss, aber denke, ich müsste.

Auch dieses Mal gilt: Nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse. Einige neue lesenswerte Bücher stehen auf meiner persönlichen Frühjahrsliste oder habe ich sogar bereits aus Leipzig mitgebracht, aber darüber werde ich sicher noch berichten – und, hej, dann ist auch schon bald wieder Zeit für die Frankfurter Buchmesse.

[Büchertalk] Indiebookday 2017

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Heute ist Indiebookday! Was das heißt? Ihr geht in die örtliche Buchhandlung eurer Wahl, richtig super wäre natürlich noch eine unabhängige kleine Buchhandlung, und ersteht dort das Buch oder die Bücher eurer Wahl. Einzige Bedingung: es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen – und das ist gar nicht mal schwer, gibt es doch so viele tolle unabhängige, kleine Verlage mit wundervollen und interessanten Titeln, denen wir mehr Beachtung schenken sollten! Wer da jetzt unsicher ist, was ist ein unabhängiger Verlag, woran erkenne ich diesen, etc., der schaut am besten mal hier vorbei:Liste unabhängiger Verlage (Deutschland) !

Anschließend postet ihr, wenn ihr mögt, euer erstandenes Buch in den sozialen Medien unter #indiebookday und schreibt vielleicht sogar noch einen kleinen Text dazu.

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Bei mir ist es „Oh Schimmi“ von Teresa Präauer aus dem Wallstein Verlag geworden und das hat mehrere Gründe. Erstens finde ich Affen generell eher abstoßend (ja, ich weiß, enthaltet euch bitte jeglicher Kommentare 😀 ), aber gerade deswegen bin ich auf das Cover aufmerksam geworden. Zweitens heißt es da: „Ich habe so einen Hass auf alles und gleichzeitig so eine Liebe für alles, ich kann es euch gar nicht sagen.“ (versteht sich von selbst, warum mich das neugierig macht) und drittens hat der Wallstein Verlag seinen Sitz in Göttingen, was quasi um die Ecke von mir ist. Support your local team und so!

Ich bin gespannt, was ihr so erstanden habt. Mögt ihr berichten?

[Rezension] „Die Vegetarierin“ von Han Kang 

„Die Vegetarierin“ und ich haben uns lange gegenseitig beäugt. Ich dachte, für so ein Buch brauche ich den richtigen Moment und ein wenig Zeit. Stimmte gar nicht. Das Buch ist zwar auf seine eigene Art und Weise ein wenig verstörend, aber genau aus diesem Grund auch geradezu hypnotisierend – und verstörend gut. Die Vegetarierin ist in drei Abschnitte geteilt und erzählt die Geschichte von Yeong-Hye fortlaufend zuerst aus ihrer eigenen Perspektive, anschließend aus der ihres Schwagers und zum Schluss aus der ihrer Schwester.

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Kurzrezension zu Eleanor Catton – „Die Anatomie des Erwachens“

Sprachlich toll, aber eine für mich unzusammenhängende und teils verwirrende Geschichte

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Eleanor Catton konnte mich bereits mit ihrem preisgekrönten Buch „Die Gestirne“ überzeugen, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, ihren Erstling „Die Anatomie des Erwachens“ zu lesen. Für „Die Gestirne“ habe ich drei Anläufe gebraucht, um mich in die Geschichte einfinden zu können. Das lag zum einen an der raffiniert konstruierten Geschichte und zum anderen an den vielen Personen, die ich erst nach einiger Zeit richtig miteinander in Verbindung bringen konnte. Es ist Cattons Schreibstil zu verdanken, dass ich am Ball geblieben bin, denn der ist wirklich phänomenal.

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[Rezension] „Du sagst es“ von Connie Palmen

Authentisch und bewunderswert

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Connie Palmen ist mit „Du sagst es“ etwas gelungen, was ich selbst nicht für möglich gehalten hätte. Mit eindrucksvoller, teils poetischer, teils sehr ehrlicher Sprache beschreibt sie fiktiv das Leben, die Liebe, die Ehe und den Schmerz von Sylvia Plath und Ted Hughes – und das auf sehr authentische Art und Weise, die man nur bewundern kann.

Plath und Hughes sind keine unbekannten Literaten, über beide gibt es zahlreiche Biographien und die Mythen ranken sich um Sylvia Plaths Tod. Nach ihrem Selbstmord galt Ted Hughes als „der Schuldige“, wobei er sich hierzu selbst nie äußerte. Jetzt verleiht ihm Connie Palmen eine Stimme. „Du sagst es“ ist eine fiktive Autobiographie,  die einem als Leser sehr schnell, sehr real vorkommt.  Weiterlesen „[Rezension] „Du sagst es“ von Connie Palmen“

[Rezension] „Justins Heimkehr“ von Bret Anthony Johnston

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Zuallererst: Wer auf der Suche nach einem typischen Thriller mit viel Blut und Herzschlagalarm ist, wird hier nicht auf seine Kosten kommen.„Justins Heimkehr“ist ein Psychothriller der anderen Art, welcher vor allem durch seinen Schreibstil besticht. Bret Anthony Johnston schafft eine dichte und zum Teil spannende Atmosphäre, indem er die emotional-psychische Ebene der Protagonisten beleuchtet. Allen voran Justins Familie: Mutter Laura, Vater Eric, Justins Bruder Griffin und Cecil, Justins Großvater. Alle Personen bekommen eine Stimme, jeder für sich mit seinen geheimen Ängsten, Erfahrungen und Trieben. Justin selbst kommt eher selten zu Wort, was sich im Verlauf der Handlung aber als gut herausstellt. Weiterlesen „[Rezension] „Justins Heimkehr“ von Bret Anthony Johnston“