[Diskussion] Buch vs. E-Book – yay or nay?

Zeit für eine neue Runde „yay or nay“ bei paperandpoetry – jetzt bereits zum dritten Mal! Heute soll es um das Thema Buch vs. E-Book gehen. Ein Thema, welches mich nicht erst seit heute beschäftigt.

Die ersten E-Book-Reader gab es schon in den 1990ern in Japan und Amerika, welche sich bei weitem noch nicht mit den heutigen Readern vergleichen lassen. Musste man bei diesen sogenannten ‚Data Discmans‘ noch eine Disk einlegen (vergleichbar mit dem Discman für CDs), um die Daten lesen zu können, funktioniert das heute gänzlich unkomplizierter und deutlich praktischer. Auf einem aktuellen E-Reader ist für bis zu 6.000 E-Books Platz (das muss man sich mal überlegen!), welche mittels USB-Kabel oder direkt per WLAN auf den Reader überspielt werden können und teilweise ist es sogar möglich diese Geräte dank ‚Water Protection‘ mit in die Badewanne zu nehmen. Zusätzlich ahmen die neuesten E-Reader echtes Papier nach – soweit der Plan.

img_8558

Als ich nun meinen ersten E-Reader erhielt war ich schlichtweg begeistert von der Menge an Büchern, die ich auf so einem kleinen und kompakten Gerät mit mir tragen konnte und auch das nachts lesen war plötzlich so viel einfacher geworden! Aber – und jetzt kommt das notwendige aber, so schnell wie die Begeisterung kam, verflog sie auch wieder. Denn, E-Reader ersetzen (mir) nicht die echten Bücher. Nach einer Zeit des elektronischen Lesens habe ich gemerkt, dass mir was fehlte. So richtig. Von ganzem Herzen. Lesen machte weitaus weniger Freude und oft brach ich ein Buch ab. Nicht, weil es mir inhaltlich nicht gefiel, sondern weil ich einfach nicht das Lesegefühl entdeckte, was doch eigentlich das Schöne daran ist. Mir fehlten also die Haptik des „echten“ Buches, das Gefühl echten Papiers zwischen den Fingern, das Beobachten des Fortschritts beim Lesen, die Auswahl der Lesezeichen zum Buch, das Markieren (was zwar mittlerweile auch bei E-Readern machbar ist, aber dennoch umständlich und komisch wirkt) und der Buchgeruch (klingt verrückt, aber alle Lesebegeisterten wissen sicher, was ich meine).

Das heißt nicht, dass ich grundsätzlich gegen E-Reader bin, aber ich sehe sie eher als eine praktische Ergänzung für unterwegs, im Urlaub oder im Krankenhaus (da sind sie für mich in der Tat unersetzlich). Ich habe Tausende E-Books als Leseexemplare auf dem Reader (kaufen würde ich mir wahrscheinlich keines), aber nur selten lese ich tatsächlich ein solches, weil es mir unheimlich schwerfällt, dort ein Buch zu Ende zu lesen. Für mich kann kein E-Reader der Welt, sei er noch so hoch technisch und praktisch in der Handhabung sein, ein echtes Buch, den Gang in die Buchhandlung oder das Stöbern im Buchregal ersetzen.

Wie seht ihr das? Ich freue mich auf eure Antworten und Meinungen zu diesem Thema, gerne in einem eigenen Post oder in den Kommentaren (:

[Diskussion] ‚A little life‘ | „Ein wenig Leben“ – Wie viel darf ein Roman?

Zeit für eine neue Diskussionsrunde ‚yay or nay‘: ‚A little life‘  | „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara – darf ein Roman so viel Schmerz, so viel Leid, so viel „unangenehme“ Gefühle beim Leser erzeugen?

img_7241

Zum Inhalt brauche ich wahrscheinlich nichts mehr zu schreiben, denn bereits vor der deutschen Erstveröffentlichung des Buches war der Roman „berühmt-berichtigt“. Überall las (und liest) man von begeisterten Stimmen, die trotz oder gerade wegen des Gefühlssturms, das das Buch auslöst, ‚Ein wenig Leben‘ lieben. Dabei hat der Roman prinzipiell von allem „zu viel“ – nicht nur, was die Seitenzahl betrifft. Anfangs plätschert es noch so dahin, aber trotzdem ist man irgendwie von der Erzählweise Yanagiharas eingenommen und dann – boom – trifft einen die Erzählung mitten ins Herz und man kann nicht mehr aufhören zu lesen.

Ich persönlich empfinde es als ein großartiges Werk, vor allem wegen Will, dem ich gerne gesagt hätte: „Du kannst doch nichts dafür!“, aber ich habe auch schon bei einigen mitbekommen, dass ihnen der „voyeuristische Schauder“, wie es in einem Artikel heißt, missfallen hat und sie das Buch nicht gelesen hätten, wenn sie gewusst hätten, wie viel Schmerz auf sie zukommt. Letztendlich ist es jedem selbst überlassen zu entscheiden, ob und was er aushalten kann, aber ich denke, dass ‚Ein wenig Leben‘ sich genau dessen bedient, was „große“ Geschichten ausmacht. Er lässt Gefühle in uns aufsteigen, die wir nie für möglich erachtet hätten und zeigt, wie viel ein wenig Leben wert sein kann.

Nun seid ihr gefragt, wer mag, gerne mit einem eigenen Post und Link zu meinem Blog, auf Instagram (wo das Ganze schon ein bisschen länger am Laufen ist – sorry!) #alittlelifeyayornay oder einfach in den Kommentaren auslassen! Ich freue mich über eure Meinungen und bin gespannt 🙂

[Diskussion] #FerranteFever – yay or nay?

Auf Instagram habe ich letzte Woche schon gefragt, aber auch hier würde mich eure Meinung zum FerranteFever sehr interessieren!

img_6860
Ich habe ja bereits berichtet, dass ich zunächst mal gar nicht begeistert war von Teil eins der Neapolitanischen Saga und als ich dann noch Maxim Billers (ok, erwartungsgemäßen) Verriss im Literarischen Quartett gesehen/gehört/gespürt habe, hab ich mich irgendwie – ja, ich gebs zu – verstanden gefühlt. ABER, bevor sofort schon einige auf die Barrikaden gehen, nönö, ich mag die Ferrante-Bücher schon. Also, nach dem zweiten Anlauf und vor allem dank des Hörbuchs, das mich näher an die Geschichte herangeführt hat. Der Grund? Ich mag das Mitfühlen. Man steckt aufgrund der Erzählperspektive so tief in der Geschichte drin, man leidet, man ist wütend, man ist traurig und man freut sich mit Lila und Elena – so sehr, wie ich es bei einem anderen Buch bzw. einer Reihe selten erlebt habe. (Teilweise mag ich die beiden auch gern mal vor Wut und Ungläubigkeit schütteln). Die Erzählung an sich und auch die Sprache fesseln mich gar nicht so stark, zum Teil finde ich die Wortwahl und den Sprachstil sogar eher naja und die Geschichte in der Tat ein wenig langatmig, doch es ist das Mitfiebern, was die Bücher (für mich) ausmacht und mich mitreißt. Daher ja auch das Fever, irgendwie logisch. Das Thema „Wer ist nur diese Ferrante?“ tangiert mich dabei herzlich wenig, nur so nebenbei.. Und bei euch? Yay or Nay? Mehr PR als alles andere? (Wär man sonst überhaupt darauf aufmerksam geworden?) Ich bin neugierig und rufe zum Mitmachen auf! Gerne in einem eigenen Post mit Verlinkung zu meinem Blog – oder lasst euch einfach in den Kommentaren aus 🤓 (Und wenn das gefällt, dann gibt es ab jetzt immer mal wieder unregelmäßig eine neue Wochendiskussion – yay or nay?)