[Rezension] „Die störrische Braut“ von Anne Tyler

„Die störrische Braut“ (engl. Originaltitel ‚Vinegar Girl‘) von Anne Tyler ist ein weiterer Teil aus der Hogarth Shakespeare Reihe, bei der anlässlich des 400. Todestags Shakespeares acht seiner Werke von bekannten Autoren/Autorinnen neu erzählt werden. Nach ‚Hag-Seed‘ (erscheint in Deutschland im Frühjahr 2017) von Margaret Atwood, einer imposanten Neuinterpretation von Shakespeares „Der Sturm“ und „Der weite Raum der Zeit“, einer von Jeanette Winterson auf rasant-amüsante Weise neu interpretierten Version von Shakespeares „Das Wintermärchen“, ist es für mich persönlich das dritte Buch aus dieser Reihe. Wie bei den beiden Vorgängern erkennt man auch hier deutlich den eigenen Stil der Autorin, welcher raffiniert mit der Originalerzählung „Der Widerspenstigen Zähmung“ verwoben ist. Das macht die Neuerzählung sowohl für Shakespeare-Fans und Nicht-Fans zu einem Lesevergnügen der besonderen Art.

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In „Die störrische Braut“ geht es um Kate Battista, die mit ihrem (ich nenne es mal) „nerdigen“ und irgendwie doch liebevoll-exzentrischen Vater und ihrer nervig-verwöhnten, aber doch mit einem großen Herzen ausgestatteten Schwester Bunny zusammenlebt. Kate ist unzufrieden. Das Studium geschmissen arbeitet sie nun als Betreuerin in einem Kindergarten. Nicht gerade ein Traumjob für Kate, kommt sie doch mit Kindern und deren Eltern aufgrund ihrer ehrlichen und direkten Art irgendwie so gar nicht klar. Und auch mit den Männern will es nichts werden. Dafür aber bei ihrer Schwester, die mit dem Nachbarsjungen anbandelt, worüber Kate alles andere als glücklich ist – und der Vater? Ja. Der scheint als Professor nur Augen und Ohren für sein Forschungsprojekt und Pjotr, seinen Kollegen, zu haben, der kurz vor der Ausweisung steht. Da kommt ihm die geniale Idee Pjotr mit Kate zusammenzubringen. Die wiederum findet das so gar nicht witzig und sträubt sich vehement gegen die Heirat mit einem wildfremden Mann. Doch irgendwas scheint Pjotr an sich zu haben, dem sich Kate nicht entziehen kann..

Humorvoll und turbulent erzählt Anne Tyler die uns allen bekannte Geschichte „Der Widerspenstigen Zähmung“ vom manipulativen Vater und der sich widersetzenden Tochter auf moderne Art und Weise. Die einzelnen Figuren werden einem sofort sympathisch, vor allem der liebevolle Pjotr und die aufbrausende Kate konnten mich auf Anhieb überzeugen und so gibt es keinerlei Probleme sich als Leser einen Zugang zur Geschichte zu verschaffen. Auch sprachlich überzeugt vor allem der humorvolle Ton. Gut herübergebracht, auch in der Übersetzung, wird die Sprachbarriere zwischen Pjotr und seinen Mitmenschen, der sich mehr oder weniger einen Spaß daraus macht, dass man ihn schlecht verstehen kann und dem Leser öfter mal ein Lachen entlockt. Leider verliert die Geschichte ungefähr ab der Hälfte etwas an Biss. Man kann sich, nicht nur aufgrund Shakespeares Originalerzählung, bereits denken was passiert und das ist doch ein wenig schade. So plätschert die Geschichte ein bisschen vor sich hin, obwohl das Buch enorm gut anfängt (und auch keinesfalls schlecht ist). Anne Tyler bleibt im Großen und Ganzen recht nah an der Originalgeschichte, ich persönlich hätte mich über einen besonderen Kniff noch mehr gefreut. Dennoch handelt es sich bei „Die stürmische Braut“ um eine witzige, gut gemachte Neuinterpretation „Der Widerspenstigen Zähmung“ und kann sich sehr gut sehen sowie lesen lassen.

Aus dem Englischen von Sabine Schwenk – Knaus Verlag – 224 Seiten – ISBN: 978-3-8135-0655-6

[Rezension] „Flucht“ von Hakan Günday

Der erste Satz in Hakan Günday’s Roman „Flucht“ ist verdammt eindrucksvoll und der Grund, warum ich das Buch überhaupt unbedingt lesen wollte. Er lautet: „Wäre mein Vater kein Mörder gewesen, hätte ich nie das Licht der Welt erblickt.“ Puh. Das muss man erst einmal sacken lassen. Dass „Flucht“ keine leichte Kost ist, dürfte einem mit dieser Einleitung sofort klar werden, aber dafür ist der Autor auch nicht bekannt.

Hakan Günday ist ein türkischer Schriftsteller und berühmt-berüchtigt für seine provokanten Texte, die sehr oft politischer Natur sind. Sein Schaffen ist niemals normal. Alles, was er kreiert, hat eine Prise „Außergewöhnlichkeit“ und bleibt fernab der Norm. So auch „Flucht“.

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Gündays neuestes, frisch ins Deutsch übersetzte Werk wird aus der Perspektive von Gazâ erzählt, der als Sohn eines Schleppers aufwächst. Er lernt von klein auf Menschen als „Ware“ zu sehen. Es ist ihr Geschäft, mit Menschenleben zu handeln. Nicht mehr – und nicht weniger. Der Menschenhandel ist ihre Möglichkeit den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, wenn auch auf sehr viel brutalere und zum Teil unmenschliche Art und Weise – das muss man ja eigentlich gar nicht erwähnen. Gazâ’s Vater führt seinen „Betrieb“ mit einer dem Geschäft angemessenen Härte, die sich nach und nach auch auf Gazâ übertragt. Ist er anfangs noch unbeholfen, so wird er immer professioneller und, wie es scheint, auch unmenschlicher. Doch verliert Gazâ wirklich seine Menschlichkeit oder handelt es sich dabei um eine Art notwendigen Schutzmechanismus vor seinem Vater? Als dieser stirbt scheint sich Gazâ’s Leben zu ändern. Ihm gelingt die Flucht nach Istanbul, wo er ein Studium beginnt, doch schnell muss er feststellen, dass ihn seine bisherigen Erfahrungen tief gezeichnet und traumatisiert haben. Wird Gazâ dieses Traumata überwinden können und seine Menschlichkeit wiederfinden?

Günday ist ein Provokateur, der es liebt, mit Worten und neuen Ausdrucksformen zu spielen. „Flucht“ besticht nicht nur durch einen harschen und ehrlichen Ton, sondern auch durch „Performance“. Telefonate werden szenisch hervorgehoben, sowie innere Monologe Gazâ’s, auch kleinere Kritzeleien lassen den Leser immer wieder innehalten und erhöhen so den Nachdenkprozess. Worum geht es also Günday? Er will nicht nur provozieren, sondern auch aufrütteln und auf Themen aufmerksam machen, die ihm wichtig sind und das politische Weltgeschehen betreffen. Er nutzt dafür keine seicht erzählte, sondern eine brutal ehrliche Geschichte, die zwar aufgrund Gündays Erzählkunst, die eine Mischung aus Drehbuch, „normalem“ Buch und einer Art Performance-Kunst ist, an manchen Stellen verwirrt, aber gerade aufgrund seiner Vielfalt doch so gut ist. Ein politisch-aufweckend-menschlicher Roman, den man zwar nicht unbedingt an einem Stück lesen kann, der aber doch unbedingt lesenswert ist.

Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe – btb Verlag – ca. 480 Seiten – ISBN: 978-3-442-75476-2

[Rezension] „Dalí’s Bärte – Eine Hommage“ von Boris Friedewald

„Tagsüber ist mein Bart vergnügt, abends melancholisch, nachts traurig.“

„Dalí’s Bärte“ von Boris Friedewald ist nicht nur eine Hommage an Dalí’s Bärte, sondern vielmehr an Dalí selbst. Denn Dalí begriff sich im Ganzen als künstlerische Figur, die sich vor allem durch seinen Bart auszeichnete. Immer länger werdend, immer weiter gebogen und in immer exzentrischer anmutenden Bildern und Collagen verarbeitet, schaffte es Dalí seinen Bart zu einem weltweit bekannten Kunstwerk werden zu lassen – und so auch sich selbst . Dabei fing alles klein an. Als Dalí zu Studienzeiten bemerkte, dass seine auffällige Kleidung ihn zwar als Künstler markierte, er dadurch aber mehr belächelt als ernst genommen wurde, entdeckte er die Kraft seines Bartes, der sich nach und nach zu seinem „Markenzeichen“ entwickelte. Dalí ging sogar so weit, seinen Schnurrbart als „metaphysische Antenne“ zu bezeichnen, aus dem er seine künstlerische Energie zog.

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[Rezension] „Gestorben wird immer“ von Alexandra Fröhlich

„Gestorben wird immer“ von Alexandra Fröhlich ist ein kluger, unterhaltsamer, aber auch mit tragischen Momenten verknüpfter (Familien-)Roman, der sowohl Zeitgeschichte als auch persönliche Einzelschicksale einfängt.

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In drei verschiedenen Zeitsträngen und über drei Generationen hinweg wird die Geschichte der Familie Weisgut erzählt. Allen voran das „Familienoberhaupt“ Agnes Weisgut, die lange den familieneigenen Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne betrieben und im Hinblick auf ihre mittlerweile 91 Jahre so einiges erlebt hat. Darunter auch Familiengeheimnisse, die sie jetzt nicht mehr für sich behalten kann und mag. Darum trommelt sie mit Hilfe von Birte, eines ihrer Enkelkinder, alle Familienmitglieder, egal ob zerstritten oder nicht, zusammen, um reinen Tisch zu machen.

In dem zeitlich frühesten Erzählstrang blickt Agnes zurück auf den Anfang ihrer eigenen Geschichte. Sie wächst zur Zeit des zweiten Weltkrieges auf, wird früh verheiratet und hat nicht nur mit ihrem Ehemann zu kämpfen, sondern auch mit ihrer tyrannischen Schwiegermutter. Schon früh erkennt sie, dass sie für ihre Lieben (vor allem ihre Kinder) stark sein und kämpfen muss, egal mit welchen Mitteln. Das führt dazu, dass sie Schuld auf sich lädt – mehr als nur ein Mal. Immer wieder sieht sie sich neuen Herausforderungen (nicht nur dem Krieg, auch allem Fürchterlichen, was dieser mit sich bringt) gegenüber, welche sie bewältigen muss.

Der zweite Erzählstrang befasst sich mit den nachfolgenden Generationen, Agnes Kindern und Enkelkindern. Auch hier ist viel passiert. Agnes Tochter Martha, die aus Gründen, die wir noch erfahren werden, etwas „wunderlich“ ist, verlässt ihren Mann und ihre Kinder Birte und Peter. Ein Schock, der sich tief in die Seelen aller drei frisst und ihr Verhalten wesentlich beeinflusst. Und dann gibt es da noch „Die Sache mit Astrid“..

Im dritten Erzählstrang befinden wir uns im hier und jetzt (also laut Buch in 2008), in dem die große Zusammenführung stattfinden soll. Birte, die mittlerweile eine erfolgreiche, aber auch seelisch angeschlagene Frau geworden ist, soll Agnes bei der Familienvereinigung helfen. Sie soll ihren Vater und ihre Onkel,die zum Teil zerstritten sind und auch ihre eigene Mutter Martha, die sie schon über Jahre hinweg nicht mehr gesehen hat, dazu bringen, sich für das Wiedersehen zu vereinen. Keine leichte Aufgabe.

Alexandra Fröhlich erzählt gut nachvollziehbar eine Geschichte, die so auch wirklich hätte passiert sein können. Sie verknüpft gekonnt die einzelnen Erlebnisse der Familienmitglieder mit dem zeitgeschichtlichen Hintergrund und schafft es den Leser trotz der verschiedenen Erzählsträngen nicht zu verwirren, sondern, im Gegenteil, dadurch erst die Geschichte zu entwirren. Der Sprachstil ist den jeweiligen Erzählsträngen angepasst und leicht verständlich, an manchen Stellen missfällt mir allerdings die Wortwahl. Auch fehlt es mir an ein paar Stellen der Geschichte an Tiefe. Dafür sind die Personen sehr sympathisch gezeichnet. Ganz besonders Agnes als stures, eigenwilliges Familienoberhaupt, die trotz harter Schale ein ziemlich großes Herz hat und Birte, Agnes nicht unähnlich, die so früh ohne Mutter zurückblieb und daher lernen musste, auf sich selbst aufzupassen und dadurch einen enormen Willen und Ehrgeiz entwickelt hat.

Alles in allem ist Alexandra Fröhlich ein sehr schöner Familienroman gelungen, der mich aufgrund seiner Geschichte und der sympathischen Personen überraschen und überzeugen konnte.

Penguin Verlag – ca. 336 Seiten – ISBN: 978-3-328-10001-0

[Rezension] „Das Amerika der Seele“ von Karl Ove Knausgård

Auf „Das Amerika der Seele“ von Karl Ove Knausgård bin ich zum einen aufgrund des Titels aufmerksam geworden, der, neben „Die Liebe unter Aliens“, definitiv zu meinen diesjährigen Lieblingstiteln gehört – und zum anderen, nachdem ich so viel Interessantes (sowohl Positives als auch Negatives) über sein autobiographisches Projekt „Sterben“, „Lieben“, „Spielen“, „Leben“, „Träumen“, „Kämpfen“ gelesen und gehört habe. Da ich nicht sofort mit der Reihe beginnen, sondern mich erst einmal in den Schreibstil Knausgårds einlesen wollte, sah ich in „Das Amerika der Seele“ einen guten Start.

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Hierin enthalten sind achtzehn Essays, die sich mehr oder weniger um das Leben mit und um Kunst und Künstler drehen. Vor allem geht es aber um die Verknüpfung von Leben und Kunst. Hängt das nicht alles irgendwie zusammen? Betrachten wir die Dinge um uns nicht alle irgendwie als kunstvoll? Und ist der Mensch selbst nicht ein Kunstwerk, indem er sich selbst darstellt, präsentiert und in Form von Texten, Gemälden, Fotografien etc. Selbstverwirklichung findet?

Knausgårds Schreibstil ist bestechend. Er schreibt, als ob man in seinen Gedanken sitzen würde und schafft es alltägliche Vorgänge so detailliert zu beschreiben, als ob man in Echtzeit dabei wäre. Das könnte prinzipiell recht langweilig sein, wenn er es nicht gleichzeitig schaffen würde, „so schön“ zu schreiben und immer wieder neue Denkanstöße zu geben. Es ist einfach eine Freude, Knausgårds Texte zu lesen, weil es immer wieder erstaunlich ist, wie er aus einfachen, alltäglichen Beschreibungen plötzlich zu ganz tiefen Sinneseindrücken gelangt. Und ja, manchmal stellt er auch ziemlich irrsinnige Vergleiche an, die dann aber dennoch enorm schlüssig sind, sodass man ihn nur dafür bewundern kann. Auch für seinen Mut. Denn welcher Literat traut sich schon den „Akt des Scheißens“ mit dem Tod zu vergleichen? Und damit erreicht er nämlich genau das, was er will: Man regt sich darüber auf – oder auch nicht. Ganz egal, aber man spricht darüber, denn Knausgård provoziert gerne. Er greift radikale und soziale Themen auf, schreibt von der Moderne und dem was-wäre-wenn und gibt immer wieder neue Impulse. Alles begreifen und alles mitnehmen kann man beim ersten Mal durchlesen von „Das Amerika der Seele“ sicher nicht und, ich muss es leider zugeben, nicht alle Essays empfinde ich als inhaltlich gänzlich gelungen. Dafür sind Knausgårds Texte sprachlich großartig und deshalb freue ich mich darauf bald mit seinem autobiographischen Projekt fortzufahren. Da ich mir gut vorstellen kann, dass Knausgårds Gedanken und seine Art diese wiederzugeben nicht jedermanns Sache ist, ist daher „Das Amerika der Seele“ als Einstieg ziemlich gut. Mich hat es in jedem Fall überzeugt, dass Knausgård zurecht zu den wichtigsten norwegischen Gegenwartsautoren zählt.

Aus dem Norwegischen von Paul Berf und Ulrich Sonnenberg – 496 S. – Luchterhand Verlag – ISBN: 978-3-630-87455-5

[Rezension] Dein Leuchten – Jay Asher

Sobald der 24. Dezember näher rückt, bin ich auf der Suche nach schönen, weihnachtlichen Geschichten. „Dein Leuchten“ von Jay Asher versprach, eine solche zu werden.

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„Dein Leuchten“ ist Jay Ashers dritter Jugendroman und besonders „Tote Mädchen Lügen nicht“ hat mich aufgrund seiner Originalität und unkitschigen Liebesgeschichte sehr bewegt. In „Dein Leuchten“ geht es nun um Sierra, die mit ihren Eltern jedes Jahr zur Weihnachtszeit nach Kalifornien reist, um Weihnachtsbäume zu verkaufen. Dort trifft sie auf Caleb, der an mittellose Familien Weihnachtsbäume verschenkt und in den sie sich sofort Hals über Kopf verliebt. Doch Caleb hat ein Geheimnis, weshalb er von vielen vorverurteilt wird. Auch Sierras Eltern und ihre Freundinnen haben ihre Bedenken, doch sie hält weiterhin zu Caleb, wodurch sie sich selbst in Schwierigkeiten bringt. Wird Sierra am Ende doch ein gebrochenes Herz haben?

Der neueste Jugendroman von Jay Asher hat alles, was man sich von einem solchen verspricht. Missverständnisse, Geheimnisse, Probleme mit den Eltern und Freunden, Streit, Versöhnung und ganz viel Liebe. Die Geschichte zwischen Sierra und Caleb ist nett, sie ist gut erzählt und sie trifft bestimmt den Nerv vieler Heranwachsender. Zusätzlich kreiert der weihnachtliche Hintergrund eine schöne Atmosphäre und wenn Sierra sich einen Minz-Mokka macht, bekommt man direkt auch Lust darauf sich mit einer heißen Schokolade auf dem Sofa einzuigeln. Aber leider fehlt es „Dein Leuchten“ an Originalität, dafür spart Asher nicht an Romantik (für meine Verhältnisse eine Spur zu viel), wodurch die eigentliche Thematik ‚Vorurteile gegenüber anderen haben‘ in den Hintergrund gerückt wird, was ich sehr schade finde. Sierra und Caleb gehen einem manchmal aufgrund ihrer Perfektion etwas auf die Nerven und ab und zu gibt es Reaktionen in der Geschichte, die sich mir nicht ganz erschließen. Z.B. Calebs Wutanfall oder Sierras Vater, der seine Meinung von einem Moment auf den anderen komplett ändert. Da fehlt es irgendwie an Erklärung und Kontext. Davon abgesehen ist es ein schöner, liebevoll geschriebener Jugendroman mit den typischen Problemen einer Heranwachsenden, aber leider einfach nicht mehr.

Aus dem Englischen von Karen Gerwig – cbt Kinder- und Jugendbuchverlag – ca. 313 Seiten