[Rezension] „Die steinerne Matratze“ von Margaret Atwood

Margaret Atwood ist (nicht nur für mich) die Queen der modernen Literatur. Sie hat ein unfassbar feines Gespür für das aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehen und verpackt diese Themen in bissige, teils zynische (beides hier positiv zu sehen!) und unglaublich interessante Erzählungen. Letztens las ich ‚Hag-Seed‘ von ihr, einen Roman, der im Zuge der Knaus/Hogarth-Shakespeare-Neuinterpretations-Reihe entstanden ist und der mich sehr begeistert hat. Nun erschien ihr neuestes Buch auf Deutsch – ‚Die steinerne Matratze‘ – im Berlin Verlag,  auf das ich unfassbar gespannt war.

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‚Die steinerne Matratze‘ ist ein Atwoodscher Erzählband mit neun Erzählungen der Autorin, wovon drei bereits im Vorfeld anderweitig erschienen sind. So auch die titelgebende Erzählung ‚Die steinerne Matratze‘, welche mit folgendem ausdrucksstarkem Satz beginnt: „Verna hatte anfänglich nicht vorgehabt, jemanden zu töten.“ – das ist typisch Atwood. Scheinbar beiläufig wirft sie mit Worten und Sätzen um sich, die doch so viel beinhalten und noch dazu neugierig auf mehr, viel mehr, machen. In dieser Erzählung geht es um eine Frau, die sich auf eine Arktisreise begibt, um dort Ruhe zu finden und abzuschalten. Weg von allem, was sie belastet. Doch unglücklicherweise trifft sie dort auf ebenjenen Mann, der ihr das Leben schwergemacht hat und den sie eigentlich tunlichst zu vergessen versucht. Wer Atwood kennt, weiß, dass jetzt keine „Null-acht-fünfzehn“ Erzählung auf ihn/sie wartet, sondern eine humorvolle, teils abstruse und durch und durch sarkastische Geschichte, die auf wenigen Seiten einen ganzen Roman darstellen könnte. Dieses Prinzip lässt sich auch auf alle anderen acht Erzählungen des Bandes übertragen: Margaret Atwood schreibt von gefriergetrockneten Ehemännern, von Internet-Trollen und Cyberspace-Welten, von Erzählungen und Geschichten in Erzählungen, von Lyrikern und verrückten Professoren und vielem weiteren mehr. Ich denke, es ist dem Leser selbst überlassen, diese Welten zu entdecken, denn vieles in Atwoods Erzählungen lassen sich nicht verallgemeinern. Sie haben keine universalgültige Aussage, sondern finden ihre volle Entfaltungskraft erst im Leser, der sie auf die eine oder andere Weise interpretieren kann.

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Margaret Atwoods Prosa und ihre höchst eigene Art Dinge zu formulieren ist beneidenswert. Doch nicht nur das – auch ihre äußerst moderne Einstellung und Weltansicht sowie ihren wachen Geist kann man nur bewundern. Was ich an dieser Stelle allerdings hinzufügen muss, ist die Tatsache, dass mir in dem Erzählband nicht alle Erzählungen zugesagt haben und ich öfter mal Schwierigkeiten hatte, dem Inhalt zu folgen. Atwood ist und bleibt großartig und mit eine meiner liebsten Autorinnen. Sie ist eine begnadete Erzählerin mit brillanten Einfällen zu den unterschiedlichsten Themen, aber vielleicht – gerade in diesem Band – nicht für jeden geeignet. ‚Die steinerne Matratze‘ sollten sich jedoch all jene ins Regal stellen (vorher natürlich lesen), die Atwood, Sarkasmus und um-die-Ecke-denken mögen.

Aus dem Englischen von Monika Baark | Berlin Verlag | 304 S.

 

[Rezension] „Lettipark“ | Judith Hermann

Judith Hermann ist mir seit ihrem Erzählband „Sommerhaus, später“ bekannt, aber vor allem durch „Alice“ im Gedächtnis geblieben. Sie schafft es mit schnörkelloser Sprache tiefe Emotionen zu wecken. Auch „Lettipark“ ist wieder kein Roman, sondern ein Buch (in diesem Falle Hörbuch) voller mitreißender Erzählungen, die unter die Haut gehen.

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An dieser Stelle baue ich den Klappentext des Buches ein, was ich bisher noch nie gemacht habe (das soll auch nicht unbedingt zur Regel werden), aber es erscheint mir hier sehr passend, da ich den Erzählband nicht treffender hätte zusammenfassen können:

„In einem einzigen Moment ändert sich ein ganzes Leben. Ein Fotograf betrachtet seinen Adoptivsohn, interessiert und distanziert, und vielleicht wird über diesem Blick alles zerbrechen. Ein alter Mann glaubt sich an eine Umarmung zu erinnern, die viele Jahre zurückliegt. Wie nah können wir den Menschen sein, die wir lieben? Kinder, Exzentriker, ein Vater, der aus der Psychiatrie verschwindet – Menschen kreuzen unseren Lebensweg, begleiten uns, machen uns glücklich und bleiben unfassbar. In kurzen Erzählungen spürt Judith Hermann diesen alles entscheidenden Momenten nach, die man so leicht übersieht. So konzentriert wie leicht setzt sie die Worte, zwischen denen sich das unbeschreibliche Drama der Existenz zeigt.“

Die Hörbuchfassung von „Lettipark“ wird von der Autorin selbst gelesen und hat daher, so wie ihre Erzählungen, einen ganz eigenen Ton. Diesem zu folgen ist mir aber leider zunächst etwas arg schwergefallen. Judith Hermann hat einen mir fremden Leserhythmus, sie pausiert und betont dabei Wörter an Stellen, an denen ich es beim Lesen vielleicht nicht getan hätte. Das ist auch vollkommen in Ordnung, aber dadurch fiel es mir wirklich schwer zuzuhören und ich habe das ein oder andere Mal viel von der eigentlichen Erzählung verpasst, was ich persönlich sehr schade finde. Denn die Erzählungen an sich – und das ist es ja, worum es eigentlich geht – sind wunderbar wie immer. Aus diesem Grund habe ich „Lettipark“ zweimal gehört und beim zweiten Zuhören gelang es mir viel besser, mich mit Judith Hermanns Ton anzufreunden und ich konnte endlich wirklich Zugang zu den Figuren, Orten und Geschehnissen finden.

Judith Hermann vermag es den Leser*innen ihre Figuren in „Lettipark“ nahe zu bringen, ohne dabei viele Worte zu verlieren. Sie macht aus dem Alltäglichen etwas Besonderes und ihre Erzählungen gewinnen dadurch an Stärke, dass sie scheinbar mitten im Geschehen aufhören. Was sie tatsächlich gar nicht tun, denn es bleibt ein Nachhall, etwas, das in der Geschichte mitschwingt, um dann in unseren Gedächtnissen nachzuklingen. So führt jeder Leser die Erzählung in seinem Kopf – oder vielleicht im Gespräch mit anderen – fort. Wir nehmen die Figuren mit, schicken sie auf eine neue Reise, vergleichen sie mit uns und mit anderen. Die Autorin gibt uns Denkanstöße, Momentaufnahmen und Persönlichkeiten, die wir wie kleine oder große Geheimnisse behandeln sollten.

Für mich ist und bleibt Judith Hermann eine der besten deutschsprachigen Erzählerinnen, auch wenn ich das nächste Mal lieber wieder auf das gedruckte Buch umsteigen werde, da ich mich mit ihrer Art zu lesen vielleicht doch nicht komplett anfreunden kann.

Der Hörverlag | ca. 210 Min Laufzeit

[Rezension] „Das geträumte Land“ von Imbolo Mbue

Heute erscheint „Das geträumte Land“ von Imbolo Mbue bei einem meiner persönlichen Herzverlage, dem KiWi Verlag, welches ich dank vorablesen.de im Vorfeld besprechen durfte. Ein Buch, das mich in jeglicher Hinsicht überrascht hat.

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Jende Jonga hat es geschafft. Endlich hat er seiner Heimat in Limbe, Afrika, entfliehen können, um in Amerika, besser noch, in New York City Fuß zu fassen, Geld zu verdienen und endlich, endlich ‚jemand‘ zu werden. Das ist nämlich Jende‘s eigentlicher Auswanderungsgrund, nicht die Angst vor Verfolgung, Folter und Strafe, sondern vor Perspektivlosigkeit und der Angst davor, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können. Alles scheint Jende nun möglich, in diesem Land der Träume, das ihm so magisch, fast schon zauberhaft vorkommt. Doch wie schwer es wirklich für ihn, seine Frau Neni und seinen Sohn Liomi werden wird, kann Jende zu Beginn nicht einmal annähernd erahnen. Sehr schnell müssen Jendes Träume einer harten Realität weichen. Sein Asylantrag steht auf der Kippe, das Geld ist knapp und irgendwie, so richtig wohl und ‚angekommen‘ fühlt er sich auch nicht, in dieser riesigen, anonymen Stadt. Neni hat dahingehend zwar weniger Probleme und verfügt sogar über ein Studentenvisum, aber auch ihr werden alles andere als kleine Steine in den Weg gelegt. Nicht zuletzt von Jende selbst. Zum Glück findet dieser nach langer Suche wenigstens eine Anstellung als Chauffeur bei dem Banker Clark Edwards, der wiederum für Lehman Brother’s arbeitet und Neni daraufhin – neben ihrem anderen Job als Pflegerin – als Hausmädchen für die Edwards einstellt. So lernen sich beide Familien, die Jongas und die Edwards, kennen. Ihre Leben beginnen sich miteinander zu verknüpfen, aber auch ihre – sehr unterschiedlichen und doch wiederum ähnlichen – Probleme um Geld, Arbeit und Familie verweben sich. Geheimnisse kommen ans Tageslicht, von denen Jende und Neni lieber nichts gewusst hätten. Beide werden von den Edwards, Jende vor allem von Mr. Edwards und Neni von Mrs. Edwards, immer mehr und immer tiefer in deren private Angelegenheiten hineingezogen – dass das nicht gut gehen kann, ist abzusehen.  Als es dann noch zur großen Finanzkrise unter dem Zusammenbruch der Lehman Brother’s kommt, scheinen alle und alles zu kapitulieren. Nicht nur der Finanzmarkt, sondern auch die Ehe der Jongas und die der Edwards.

Imbolo Mbues Roman „Das geträumte Land“ ist ein kraftvolles Debüt. Kraftvoll nicht nur vor Sprache und Ausdruck, sondern auch des Inhalts wegen. Man mag denken, Jendes Geschichte sei eine „typische“ Einwanderergeschichte, vom Tellerwäscher zum Millionär, Amerika macht‘s möglich. Oder auch: Vom Immigrant zum perspektivlosen Arbeits- und Obdachlosen, ohne Ziel, ohne Plan, ohne Zukunft. Beides hat man schon oft gelesen oder in Filmen gesehen, beide Möglichkeiten wirken dadurch irgendwie schon bekannt, vielleicht sogar uninteressant. Doch man merkt schnell, dass es sich bei „Das geträumte Land“ um mehr als nur das handelt. Die Geschichte um Jende wird mit der seines Arbeitgebers verknüpft. Beide Familien, seien sie auch noch so unterschiedlich, haben Träume, Ziele und müssen lernen, mit dem Schicksal umzugehen, was da auch kommen mag. Jende und Mr. Clark wollen beide als Männer „wer“ sein, sie wollen ihren Familien, ihren Frauen ein sorgenfreies Leben bieten. – Neni und Mrs. Edwards leben beide im Schatten ihrer Männer, die eine, weil sie es in ihrer Kultur so gelernt hat und es ihr schwerfällt, gegen die Entscheidungen ihres Mannes aufzubegehren, die andere, weil sie persönlich so getroffen ist, dass sie es nicht schafft, sich von ihrem Mann zu befreien. Hinzu kommen die Angst vor der Ausweisung bei den Jongas und der psychische Druck sowie die Angst vor dem Versagen in beiden Familien.

Das Buch lebt von Mbues Erzählkunst, welche dem Leser beide Familien sowie deren Sorgen und Nöte auf unglaublich authentische Art und Weise nahebringt und noch dazu von den gängigen Klischees und der ‚Alles-wird-gut-Happiness‘ abweicht. Mbue beschönigt nichts. Sie bleibt realistisch und das tut dem Roman richtig gut. Dadurch fühlt sich der Leser nicht an längst gekannte, zigmal gelesene, ähnliche Geschichten erinnert, die irgendwie nach Traumtänzerei klingen, sondern er bekommt tatsächlich ein Gefühl dafür, wie es sein muss, als Auswanderer vor einer schier endlosen Mauer an Unüberwindlichkeiten zu stehen und gleichzeitig wie verrückt Heimweh zu haben. Zusätzlich zeigt sie, welche Abgründe hinter einer scheinbar heilen Fassade in der Welt der ‚Schönen und Reichen‘ stecken kann, von denen niemand wissen soll bzw. will. Die Autorin schafft es, nicht nur zwei gänzlich unterschiedliche Familien miteinander zu verknüpfen, sondern auch zwei divergente Kulturen und bringt diese dem Leser sogar noch nahe. Der Zusammenbruch der Lehman Brother’s und die Finanzkrise spielen hierbei tatsächlich nur eine Nebenrolle, das sollte vielleicht erwähnt werden, denn auf dieses Detail geht Mbue nur am Rande ein. Das ist aber total in Ordnung. „Das geträumte Land“ handelt nicht grundsätzlich von ‚Reich vs. Arm‘, sondern vielmehr von Träumen, Hoffnungen und Wünschen, die ein jeder von uns hat. Egal ob reich oder arm, egal ob aus Amerika oder Afrika. Nicht immer werden sie wahr und nicht immer lohnt sich der Kampf, aber der Versuch allemal. Mbue’s Debüt überzeugt auf ganzer Linie, vor allem aufgrund ihrer sehr realistischen und nachvollziehbaren Erzählweise, die sowohl sprachlich als auch inhaltlich sofort eine Art Sogwirkung beim Lesen entfaltet und wegen ihrer durchgängig sympathischen Figuren, die alles andere als unfehlbar sind und der Geschichte dadurch nur noch mehr Authentizität verleihen.

Eine klare Leseempfehlung für alle Fans von Gesellschaftsromanen und Themen, wie sie aktueller nicht sein könnten.

Aus dem amerikanischen Englisch von Maria Hummitzsch | KiWi Verlag | 432 S.

[Rezension] „Realitätsgewitter“ | Julia Zange

Real, blitzend und donnernd schreibt Julia Zange in „Realitätsgewitter“ von einer Welt, die dominiert wird von iPhones, Instagram, Facebook und Twitter und in der sich jeder ganz schnell verlieren kann.img_7096

Marla, die Protagonistin in Zanges „Realitätsgewitter“, lebt in einer Welt, an einem Ort (hier: Berlin), in der sich jeder selbst definieren kann, soll und muss. Alle sind irgendwie „Künstler“, machen irgendwas freiberuflich und versuchen dabei so individuell und hip wie möglich zu sein, um sich aus der Masse an individuellen und hippen Menschen hervortun zu können – und tun es dadurch eben nicht. Da kann man Marla zunächst auch nicht von ausschließen. Sie ist überheblich, immer leicht neben der Spur, permanent auf der Suche nach sich selbst oder dem nächsten Kick, hat tausende Facebook-Freunde, aber keine echten – und dabei ist sie irgendwie doch voller Gefühle, die zuzulassen ihr schwerfallen und die zu kompensieren sie nicht in der Lage ist. Marla kennt nämlich nur zwei. Gefühl eins, das Versprechen, eine „naive Hoffnung“ auf irgendwas, das irgendwie gut wird. Und Gefühl zwei, welches Gefühl eins zu Fall gebracht hat. Eine Art geradlinige, alles betäubende Traurigkeit, die nicht zuletzt dann auftritt, nachdem Marlas Eltern ihr den Geldhahn zugedreht haben. In diesem ‚Gefühl-zwei-Zustand‘ rauschen wir als Leser gemeinsam mit ihr durch einsame Nächte, vollgestopfte, aber doch leere Partys, führen viele Handygespräche und lernen unterschiedliche Typen von Männern kennen, die doch alle gleich sind. Wir reisen mit ihr nach Hause, machen einen Abstecher nach Sylt und landen dann schlussendlich wieder in Berlin. Hat Marla währenddessen Gefühl drei – ‚Alles wird gut‘ oder auch ‚Sowas-wie-Liebe‘ kennengelernt?

„ >>Du bist echt so ein sozialer Schmetterling, Marla …<<“

Ich lächle gequält.

Ich kann auf- und zuklappen wie ein Butterfly-Messer.“

Julia Zange fängt mit „Realitätsgewitter“ wunderbar authentisch das moderne Lebensgefühl der urbanen ‚Jugend‘ (was heute auch gut und gerne noch 30-Jährige + beinhaltet) inklusive ‚kenn-ich-von-Instagram‘ – ‚ich-mach-mal-eben-ein-Selfie‘ sowie dem Gefühl der Leere, was einen angesichts gehäufter banaler Oberflächlichkeit überfällt, ein. Dabei sitzt jeder Satz, jede Anspielung, jeder mehr oder weniger leicht zynisch-ironische Kommentar und Marla, ja, die muss man nicht unbedingt gut leiden können. Zwar lässt Julia Zange mit Marla auch kein Stereotyp aus, aber als Leser kann man sich trotzdem oder gerade deswegen wunderbar in sie hineinversetzen, vieles kennt man vielleicht sogar von sich selbst. Auch alle anderen Figuren in „Realitätsgewitter“ sind (leicht) übertrieben dargestellt – beispielsweise Marlas Eltern. Marlas Mutter ist eine hysterische Frau, ihres Zeichens selbsternanntes Medium und ‚Helferin der Armen und Hilfsbedürftigen‘. Sie gibt sich nach außen hin als hilfsbereit, bedarf dabei aber selbst einiger Hilfe. Zwischen Marla und ihr herrscht ein – gelinde gesagt – merkwürdiges Verhältnis. Marlas Vater, Mediziner und Forscher, versucht sich aus allem herauszuhalten und denkt, für jedes Problem, gibt es eine Lösung in Pillenform. Ständig unzufrieden mit allem, sogar mit – im Vergleich zu – Marlas erfolgreichem Bruder (denn nie kann einer irgendwas richtigmachen), herrscht nicht gerade Harmonie in der Familie. Die Darstellungsweise ist dabei stark überzeichnet, aber in „Realitätsgewitter“ passt es einfach. So wundert man sich auch nicht, dass Marla am Ende eigentlich nichts gelernt hat, aber trotzdem klüger geworden ist.

Ich habe während des Lesens oft gelacht, zig Stellen markiert und die Treffsicherheit der Autorin bewundert (das tue ich auch jetzt noch). Vor allem Julia Zanges Beobachtungsgabe, ihr Sinn für hoch aktuelle Themen einer uns alle überfordernden Gesellschaft und der scharfsinnige, trockene Humor sind es, die für mich das Buch lesens- und absolut empfehlenswert machen.

„>>Siri, ich habe Liebeskummer.<<

Dagegen hilft nur Schokolade.<<“

Aufbau Verlag | 157 S.